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Teufelskreis


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Boni-Hascher

>> Artur P. Schmidt, heise/Telepolis Die Idiotisierung der Finanzmärkte Autor Dipl.-Ing. Dr. Artur P. Schmidt ist Wirtschaftskybernetiker

Die Mafia schickt keine Killer

Es wurde viel Geld gewaschen, viel Geld investiert. Die süditalienische und die osteuropäische Mafia hat doch in der immer noch andauernden Finanzkrise auf den Finanzmärkten sicherlich auch Geld ver- loren. Nein, richtig ist, die Finanzkrise kann den Paten nichts anhaben - im Gegenteil. Sie verdienen daran. (mat, 4.3.2009)

Evolution ist besser als Revolution, denn niemand kann die entstandenen Probleme besser lösen als ihr Verursacher

>> Lobbyisten und Marktradikale als ewige Experten - Warum Gremien, die nach Wegen aus der Finanzkrise suchen, keine grundlegenden Reformen vorschlagen werden ...
In der "de Larosière Expertengruppe", die im Oktober 2008 berufen wurde und mittlerweile Vorschläge für die Reform der Finanzmärkte erarbeitet hat, um mit einer gemeinsamen europäischen Position beim G20-Finanzgipfel am 2. April 2009 in London auftreten zu können, sitzen viele alte Bekannte. Eine aktuelle Studie von Corporate Europe Observatory, Friends of the Earth Europe, LobbyControl und Spinwatch kommt zu dem Schluß, daß mindestens die Hälfte des achtköpfigen Gremiums erst- klassige Kontakte in den Chefetagen der internationalen Finanzindustrie unterhält und kaum Interesse an grundlegenden Reformen haben dürfte. (heise/Telepolis, 04.03.2009)

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Ron Paul,

amerikanischer, republikanischer Kongressabgeordneter hat einen Antrag zur Auflösung der Federal- Reserve-Bank (US-Notenbank) eingebracht. Warum? "Weil die Federal Reserve eine Zentralbank ist, die nach unserer Verfassung illegal, nicht autorisiert und deshalb wertlos für uns ist. Sie fügt uns nur Schaden zu, weil sie Geld aus nichts als heisser Luft macht. Sie betreibt legalisierte Falschmünzerei. Ich möchte diese Einrichtung abschaffen, weil ich es als Mensch, der die persönliche Freiheit schätzt, einfach ablehne, dass sie Regierungen Handlungsspielräume eröffnet, für die diese keinerlei Verant- wortung übernehmen müssen. In einer freien Gesellschaft mit gesundem Geld müssen Ausgaben (der Regierung) über Steuern finanziert werden, und jeder weiss, was läuft. Wenn aber eine Bank ins- geheim Geld aus heisser Luft macht, kann die Regierung das Volk und den Kongress umgehen und jederzeit Kriege anzetteln, ohne dafür haftbar gemacht werden zu können. ...
Sehen Sie, wenn alles, was wir im Ausland anrichten, mit den Steuergeldern der Amerikaner bezahlt werden müsste, wäre der Spuk in einigen Wochen vorbei, weil wir das Geld dafür einfach nicht haben. Wenn man aber jederzeit die Geldmenge aufblähen kann, bleibt man immer zahlungsfähig, obwohl die Preise steigen. Wir hatten das Glück, dass der Dollar bisher die Leitwährung war und haben deshalb nicht besonders unter der Inflation gelitten. Die Federal Reserve unterstützt die Willkür der Regierung, ist ausserdem illegal und moralisch verwerflich. Einzelpersonen ist das Geldfälschen ver- boten. Warum erlauben wir einer Bank, insgeheim Falschgeld zu produzieren? Es gibt viele Gründe, eine Zentralbank abzuschaffen, die uns so viel Schaden zufügt. Anfangs verspricht der Kreislauf, den die Regierung durch die Inflationierung der Währung in Gang setzt, einige Vorteile, weil die Leute glauben, sie würden ständig reicher, aber dieser Eindruck entsteht nur vorübergehend. Weil jetzt der Markt zusammenbricht, erkennen wir, dass es keine besonders gute Idee war. Es war nur eine Blase. Jetzt beginnen die Blasen der Federal Reserve zu platzen, und die grösste Blase, die nicht mehr am Platzen zu hindern ist, wird die Dollar-Blase sein. Wir sind jetzt auf der ganzen Welt mit Billionen Dollars verschuldet, und der Dollar wird das nicht mehr lange durchstehen, weil die Welt bald keine Dollars mehr annehmen wird. Wir selbst werden höhere Zinsen und höhere Preise zahlen müssen, und unser Land wird sehr viel ärmer sein."
Quelle

Der revolutionäre Plan, die amerikanische Gesellschaft für die Wall Street arbeiten zu lassen

Die Elite der Finanzwelt hatte sich (im November 1910) auf eine 800 Meilen lange Reise begeben, die sie ... schliesslich in die kleine Stadt Brunswick in Georgia (führte). ... Eine dieser (Sealand-)Inseln, gleich vor der Küste des Städtchens Brunswick gelegen, war erst kürzlich von J.P. Morgan und einigen seiner Geschäftspartnern erworben worden. Diese Insel hiess Jekyll Island. (S23) Die sieben Männer, die an dem geheimen Treffen auf Jekyll Island teilnahmen, wo das Federal-Reserve-System ent- worfen wurde, repräsentierten etwa ein Viertel des Reichtums der gesamten Welt. (S42) Hier waren die Vertreter der weltweit führenden Banken-Konsortien versammelt: Morgan, Rockefeller, Rothschild, Warburg und Kuhn-Loeb. (S28) Ihnen allen war bekannt, dass die Lösung dieser Probleme (Konkurrenz unter den Banken und Geldreserve) in einem Kartell-Mechanismus zu finden war, der in Europa ersonnen und bereits in ähnlichen Situationen ausprobiert worden war. Wie bei allen Kartellen, musste dieses Vorhaben von der Gesetzgebung vorgegeben und durch die Kraft der Regierung unter dem Vorwand, die Bürger schützen zu wollen, erhalten werden. Also war die wichtigste Aufgabe: Wie konnte man den Kongress überzeugen, dass das Vorhaben (die Gründung eines Bankenkartells) ein Mittel zum Schutz der Öffentlichkeit war? (S33) Die Teilnehmer des Treffens vertraten finanzielle Institutionen der Wall Street und indirekt auch solche Europas. Der Grund der Geheimhaltung war recht einfach. Wäre durchgesickert, dass rivalisierende Fraktionen eines Bankwesens dabei waren, sich zusammenzutun, wäre die Öffentlichkeit von der drohenden Einschränkung des freien Wettbewerbs aufgeschreckt worden. ... Was schliesslich dabei herauskam, war ein Kartellabkommen mit fünf Zielen: die wachsende Konkurrenz der neuen Banken in Schach zu halten; die Konzession zu erlangen, Geld praktisch aus dem Nichts heraus für Darlehen zu drucken; die Kontrolle über die Reserven aller Banken zu erlangen, so dass die leichtsinnigeren Banken nicht der Gefahr von Währungsabflüssen und Bankenstürmen ausgesetzt wären; den Steuerzahler für die unvermeidlichen Verluste des Kartells heranzuziehen; und schliesslich den Kongress davon zu überzeugen, dies alles diene nur der Öffentlichkeit. (S41) Warburgs revolutionärer Plan, die amerikanische Gesellschaft für die Wall Street arbeiten zu lassen, war verblüffend einfach. ... Das Federal-Reserve-System ist ein legalisiertes privates Monopol des Geldvorrates zum Wohle einiger weniger unter dem Vorwand, das öffentliche Interesse zu fördern und zu schützen. (S40; Zitat im Zitat; zitiert wird aus Sutton, Antony, Wall Street and F.D.R., S94) Nur eine geringe Summe des Geldes (das der Staat für Projekte bereitstellt) stammt aus Steuern. Der grösste Teil wird aus dem Federal-Reserve-System generiert. Sobald die neugeschaffene Geldmenge zu den Banken zurückkehrt, fliesst sie rasch zurück in die Wirtschaft, wo sie sich mit dem im Umlauf befindlichen Geld vermischt und dessen Wert verwässert. Das Ergebnis sind steigende Preise, die jedoch nichts anderes bedeuten als eine Senkung des Werts des Dollars. (S51)
Seit seiner (des Federal-Reserve-Systems) Gründung hat es die Zusammenbrüche von 1921 und 1929 mit ansehen müssen, ebenso die grossen Depressionen von 1929 und 1939, die Rezessionen von 1953, 1957, 1969, 1975 und 1981, den 'Schwarzen Montag' der Börse 1987 und eine Inflation von insgesamt 1000 Prozent, die 90 Prozent der Kaufkraft des Dollars vernichtete. ... 1990 benötigte jemand ein jährliches Einkommen von 10000 Dollar, um sich das leisten zu können, was 1914 nicht mehr als 1000 Dollar gekostet hätte. Dieser unglaubliche Wertverlust wurde stillschweigend auf die Bundes- regierung transferiert in Form von versteckten Steuern, und das Federal-Reserve-System diente als Mechanismus, mit dem dies bewerkstelligt wurde. (S37–38) (alle Zitate aus Griffin, G. Edward, Die Kreatur von Jekyll Island – Die US-Notenbank Federal Reserve – Das schrecklichste Ungeheuer, das die internationale Hochfinanz je schuf, Jochen Kopp Verlag, deutschsprachige Ausgabe von 2006, 1. Auflage Quelle


Im Nachhinein wird klar, daß sich die Wall Street ein System geschaffen hatte, mit dem Kapital aus der Realwirtschaft in Gebühren und Boni verwandelt wurde. Im Finanzblog Dealbreaker wird errechnet, daß Immobilienverkäufe und Hypothekenverbriefung der Branche von 2003 bis heute 2000 Mrd. $ an Gebühren eingebracht haben. (John Gapper, FT)


Triumph der Plünderer?

>> Sahra Wagenknecht zur Finanzkrise auf YouTube. Eine 45 Minuten lange, sehr gute Analyse. Meine Empfehlung: unbedingt ganz anhören. Dann versteht man so manches besser.
Wissen sollte man: Auch Frau Wagenknecht hat die Finanzkrise vorausgesagt. Sie glaubt, daß die meisten Menschen nicht in einer Gesellschaft leben möchten, in der ein Prozentpunkt Rendite mehr zählt als die Perspektive von Tausenden. Die Bundesregierung will nun Zocker freikaufen, Verluste sozialisieren und mit Milliarden an Steuergeld genau das Modell stabilisieren, das die Krise herbei- geführt hat, sagt sie und damit hat sie wohl recht.
>> Heiner Flassbeck Die deutsche Wirtschaftspolitik fängt mitten in der Rezession an, sich Inflationssorgen zu machen. Das führt komplett in die Irre und kann sehr gefährlich werden. Die Gefahr lautet Deflation, nicht Inflation. (Heiner Flassbeck, Chefökonom der Unctad in Genf)
>> Wolfgang Münchau, FTD Um den Teufelskreis von Finanz- und Wirtschaftskrise zu brechen, braucht Deutschland politische Führung. Das Land verträgt keine unsichtbaren Moderatorinnen und großmäuligen Sprücheklopfer in der Politik. ... Da die neue Schuldenbremse im Grundgesetz einen Anstieg der Staatsausgaben verhindern wird und da der Exportsektor bei diesen miserablen Aus- sichten seine Investitionen kaum steigern wird, bleibt nur noch eine Alternative: ein aggressiver Ausbau des privaten Konsums und der heimischen Dienstleistungen. Andernfalls schrumpft unsere Wirtschaft weiter. Wenn wir nicht bald die unsichtbare Dame und ihren bissigen Gefährten ablösen, knallt uns der Laden noch um die Ohren.
>> Artur P. Schmidt Auch die Große Depression der 30er Jahre hatten ihren Ausgangspunkt in einer unglaublichen Umschichtung der Vermögen hin zu einer Minderheit. So zeigen Erhebungen der letzten Jahre, dass etwa 300.000 Amerikaner zusammen etwa soviel Einkommen erzielten wie 150 Millionen Amerikaner aus der unteren Einkommensschicht. Pro Person erhielt die Topgruppe der Verdiener das 440-fache an Gehalt als eine durchschnittliche Person der unteren Einkommensklasse. Damit haben sich diese Zahlen seit dem Jahr 1980 nahezu verdoppelt. ... Es hat beileibe nichts mit Sozialismus zu tun, wenn man von den so genannten Eliten das der Mittelschicht gestohlene Geld über höhere Steuern wieder eintreibt. Die angebliche Wirtschaftsfeindlichkeit einer solchen Maßnahme lässt sich sofort entkräften, da es gerade die Akkumulierung von Kapital in immer weniger Händen war, welche die Weltwirtschaftskrise erst ermöglicht hat. ... Wenn Obama also später daran gemessen werden wird, ob seine Wirtschaftspolitik erfolgreich war, dann muss er es schaffen, die Vermögensdisparität wieder umzukehren und die 10 % der US-Bevölkerung, die zwei Drittel der Vermögenswerte kontrollieren, durch höhere Steuern zur Solidarität zu zwingen.

Im Mutterland des Kapitalismus,

im Ursprungsland des „Manchester-Liberalismus“, wurde eine Bank nach der anderen vom Staat über- nommen. Die Briten wußten genau was sie taten. Die Rettung des Bankensystems durch Verstaatlich- ung scheint auch zu gelingen. Eine verstaatlichte Bank, die Northern Rock (fünftgrößte Hypotheken- bank der grünen Insel) hat den Kredithahn wieder aufgedreht.
Anfang Januar mußte der Staat die Mehrheit an der einst zweitgrößten Bank Englands, der Royal Bank of Scotland, übernehmen. Die Regierung Gordon Brown traute sich was. Mit der Boni und exorbitante Gehälter für Investmentbanker, besser, Wirtschaftskriminelle ist es nun wohl ersteinmal vorbei. Aber die "Bankster" arbeiten bereits an ihrem Comeback.

Von London aus nahm das globale Finanzdesaster (glaube ich) seinen Lauf. Milliardenwerte wurden pulverisiert. Berufsanfänger, Praktikanten amerikanischer Investmentbanken also, die die Produkte natürlich nicht verstanden wurden nach Deutschland geschickt, um deutschen Bankern Schuldenzerti- fikate anzudrehen. Die haben die Produkte erst recht nicht verstanden. Aber diese haben den Dreck genommen und weiterverkauft. Weltweit haben Banken in den vergangenen Jahren hochriskante Geschäfte betrieben, Geschäfte die sie selbst garnicht verstanden. Ihr Ziel war: möglichst viel Geld machen. Bankmanager wie Josef Ackermann (Deutsche Bank) haben versprochen, die Zockerei von einst zu lassen. Kein Mensch glaubt ihm. Banker wie Josef Ackermann waren nie besonders beliebt.

Politiker müssen keine Ökonomen

..sondern Fachleute für Verantwortung sein. Sie müssen deshalb die Interessen der Bürger wahren - und nicht die des Kapitals, schreibt Heribert Prantl am 26.02.2009 auf SZ Online. Und er schreibt: Die Vorstellung, von Hans-Werner Sinn vom Münchner Ifo-Institut regiert zu werden, ist mindestens so furchtbar wie die, daß aus Leitartikeln Gesetze gemacht werden. Natürlich sollen Politiker Fach- leute sein - zuvorderst aber Fachleute für Verantwortung. Demokratie hat viel mit Verantwortung zu tun. Das bedeutet, daß erstens nicht die Interessen der Kapitalverwertung, sondern die Interessen der Bürger Grundlage für Entscheidungen sind. Das bedeutet zweitens, daß dem Markt neue Regeln ge- setzt werden müssen. Demokratien können nicht Geld im Umfang von halben Staatshaushalten in eine Satansmühle werfen und dann zuschauen, wie sich die auf die alte Weise weiterdreht. Verantwortung bedeutet, Rechenschaft abzulegen. Bei den Beinahe-Konkursen der Landesbanken im Süden und im Norden der Republik passiert das Gegenteil. Politiker, die in den Aufsichtsgremien dieser Banken zur Überwachung von Geschäftsführung und Vorstand eingesetzt waren, verweigern diese Rechenschaft.

Finanzkrise

25.02.2009 | >> NachDenkSeiten Jetzt kommt endlich die Debatte um die strafrechtliche Seite der Finanzkrise in Gang. So gestern Abend bei Frontal 21 ... Wir haben lange darauf gewartet, nachdem in den NachDenkSeiten vom 17. August 2007 schon zu lesen stand: „Die Blase - das Werk von Kriminellen, kriminellen Vereinigungen und Hehlern“. Es ist wichtig, die Debatte über die strafrechtliche Seite endlich voranzubringen, weil damit zum einen auch die Frage des Schadenersatzes auf den Tisch kommt und zum andern - viel wichtiger - mit der notwendigen Kriminalisierung der Täter die Hoffnung besteht, dass diese nicht weiter auf Kosten der Allgemeinheit mithilfe von Boni, Gehältern und Dividenden plündern können, wie dies bis jetzt nahtlos geschieht. (Albrecht Müller)
>> Werner Rügemer Der bisher größte Bankrotteur unter den deutschen Banken ist die Hypo Real Estate (HRE). Sie erhielt seit September 102 Milliarden Euro Staatshilfen, letztere werden laufend erhöht. Ein Ende ist nicht abzusehen. Deshalb will die Bundesregierung zum letzten Mittel greifen, der Enteignung, und legte das Finanzmarkt-Stabilisierungs-Ergänzungsgesetz vor. Es handelt sich also um eine Ergänzung zu dem bereits beschlossenen 500-Milliarden-Banken-Rettungspaket. Der Gesetz- entwurf wurde von Anwälten der US-Großkanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer verfaßt.

Philipp Mißfelder

23.02.2009 | Mißfelder (29) hat, wie erst jetzt bekannt wurde, irgendwo beim Frühschoppen eines CDU- Ortsverbandes in NRW gesagt: "Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie." Er bezog sich dabei auf die Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes für Kinder. In irgendeiner Zeitung las ich, Mißfelder sei dumm. Dumm ist der bestimmt nicht. Mißfelder weiß ganz genau, wie man es anstellt zur nächsten Runde bei Illner, Will oder Plasberg eingeladen zu werden. Der weiß vor allem, wie man als Politiker vorankommt. Sein Weg ist absehbar. Minister in NRW oder im Bund, wenigstens. Wenn nicht mehr. Mißfelder ist auf dem Weg zum innersten Zirkel der Macht. Der Rechte- und der Wirtschaftsflügel der Partei stehen hinter ihm. Mißfelder bedient Seilschaften und Netzwerke und nutzt diese auch. Mißfelder spielt mit den Medien und mit der Öffentlichkeit.
"Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemein- schaft bekommen". Mit dieser wohlüberlegten Äußerung sorgte Mißfelder für heftige gesellschaftliche und politische Diskussionen. Von Mißfelder werden wir noch oft hören und er wird noch so manchen Klopfer bringen. (mat)

Finanzkrise

>> BEATE WILLMS, taz Wenn Banken husten
So ist alles, was die Bundesregierung treibt, ausschließlich dumpf reaktiv. Sie steckt Geld in nahezu jede Bank, die hustet. Egal ob diese systemisch notwendig ist oder nicht. Was soll bitte zusammen- brechen, ginge die VW-Bank pleite? Und auch für Großunternehmen steht sie bereit, vorausgesetzt sie jammern laut genug. Bei Airbus will sie einspringen, auch Schaeffler stellt sie Hilfe in Aussicht. Und für Opel..


Milliardenrisiken für die Steuerzahler, Extra-Geld für Spitzenbanker - die Finanzbranche hat jedes Maß verloren, kommentiert Karl-Heinz Goedeckemeyer auf SPIEGEL ONLINE. Der frühere Banken- analyst fordert: "Es wird Zeit, dass jene haften, die uns den Scherbenhaufen eingebrockt haben."


>> Albrecht Müller, NachDenkSeiten Über die trickreiche Unterbewertung hoher Wertpapierrisiken und Frau Merkels Blankoscheck (20. Februar 2009)

Hypo Real Estate

HRE hat Milliardengeschäfte nicht in der Bilanz

20.02.2009 | Die HRE soll Geschäfte in Milliarden-Höhe außerhalb der Bilanz geführt haben, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Zusammen mit der offiziellen Bilanzsumme von etwa 400 Mrd. Euro ergebe sich eine Summe von knapp einer Billion Euro, die die Bank angeblich laufend mit neuen Krediten refinanzieren müsse. Bei den jetzt aufgetauchten Lasten handelt es sich um Derivate, Finanzpapiere, die seit Mitte der achtziger Jahre immer populärer wurden. Sie berechtigen dazu, Produkte zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Der Unterschied zwischen Soll und Haben belaufe sich bei der HRE auf mehrere hundert Milliarden Euro, heißt es. Unklar ist, inwie- weit diese Lasten schon in der Bilanz berücksichtigt wurden. Wenn der Staat nicht umgehend in das Münchener Geldinstitut einsteige, könnten die Folgen für den internationalen Finanzmarkt schlimmer sein als beim Zusammenbruch der New Yorker Investmentbank Lehman Brothers.

In diesem Zusammenhang ist - weil es in den deutschen Medien in der Regel verschwiegen wird - daran zu erinnern, dass der Spiritus Rector und Kuratoriumsvorsitzende der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Professor Dr. Hans Tietmeyer (CDU), im Aufsichtsrat der HRE saß. „Der frühere Bundesbankchef saß mehrere Jahre auch im Verwaltungsrat der irischen Depfa-Bank, die die Probleme beim heutigen Mutterkonzern HRE zu großem Teil verursacht hat“, berichtete die Financial Times Deutschland vom 15.10.2008. Hat er von den Machenschaften in Dublin und München nichts mitbekommen? Oder entsprach das Verhalten der Unternehmensleitung von HRE und Depfa-Bank seinen Vorstellungen von sozialer Marktwirtschaft? Wusste Tietmeyer nichts davon, dass die HRE, diese Unternehmensgründung der HypoVereinsbank, eine Art Bad Bank darstellte? (Albrecht Müller, NachDenkSeiten)

Untersuchungsausschuß gefordert

20.02.2009 | Angesichts einiger Ungereimtheiten bei der Übernahme von Bürgschaften für die Hypo Real Estate durch den Bund fordert Lafontaine die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses. Nach dem Umwandlungsgesetz hätte die heute zum UniCredit-Konzern (I) gehörende HypoVereinsbank bis zum 28. September 2008 für die Schulden der HRE haften müssen. Exakt einen Tag nach Ablauf die- ser Frist hat der Bundesfinanzminister die erste Bürgschaft für die HRE abgezeichnet. Der Verdacht, daß zum Nachteil der Steuerzahler die Haftungsfrist versäumt und die private Bank geschont worden sei, "ist nicht ausgeräumt", sagte Lafontaine. War Peer Steinbrück an den Mauscheleien bei der IKB und der HypoVereinsbank beteiligt? Oder Steinbrücks Vorgänger Hans Eichel zusammen mit seinen Kumpels Clement und Bundeskanzler Schröder? Ein Untersuchungsausschuß könnte Klarheit schaffen.

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