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Kapitalismus


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Paranoia, Perfidie, Dummheit

Die Staats- und Regierungschefs dieser Welt schwören ihren Eid nicht auf die Verfassung, sondern auf die Interessen der Konzerne. Das Böse und die Konzerne lenken die Geschicke dieser Welt. Das Böse kommt aus Amerika sagen die Menschen hier und anderswo. Den Horror des Neoliberalismus und das Abkommen von Lissabon dachten sich tatsächlich die Amerikaner aus.
Osteuropa mußte befreit werden. Die Deutschen wollten keine Wiedervereinigung - Amerika wollte [ 1 ]. Und was hat es gebracht? Berlusconi('s) regieren Europa und sie brachten den Menschen Unfreiheit und Zwangsarbeit. "Wenn sich die Regierung vor dem Volk fürchtet, herrscht Freiheit, wenn sich das Volk vor der Regierung fürchtet, Unfreiheit", hat Thomas Jefferson gesagt. Unsere politische Kaste und all die Heckenschützen (Betriebs- und Volkswirte) tun gegenwärtig alles, um uns allen das Fürchten zu lehren.
»Ist der Mensch heute frei?    Wer hat die Deutschen jemals so eingeschüchtert erlebt. Man beginnt zu verstehen, warum sie im vorigen Jahrhundert Adolf Hitler und heute Gerhard Schröder nicht stoppen konnten. Weil das System Schröder nur aus Lügen besteht, muß es immerzu weitere Lügen verbreiten, um den Bürger in die Irre zu führen. Für den Einzelnen ist es sehr schwer, zwischen Wahrheit und Un- wahrheit zu unterscheiden.

Deutschland erlebt derzeit einen Rückfall in vergangene Zeiten. Ein Sozialstaat wird zerschlagen - ein Nationalstaat entsteht, aus Sozialisten werden Nationalsozialisten. Gab es das nicht schon einmal? Neofaschisten dürfen unbehelligt marschieren, Gegenproteste werden verboten. Ein Skandal? Ja auch, aber zu allererst ist es Einschüchterung. Die Menschen in Deutschland nehmen neofaschistische Auf- märsche widerstandslos hin. Die drohende Gefahr nimmt niemand ernst.
Am 8. Mai 2005, dem 60. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Naziterror, sollen wieder Nazis durch das Brandenburger Tor marschieren dürfen.

Situation in Europa: Eine neue EU-Kommission wurde vom europäischen Parlament ins Amt gehoben. Eine Verschärfung des neoliberalen Kurses ist zu befürchten, EU-Politik wird nun wohl erst recht von Industrieverbänden und anderen Wirtschaftslobbyisten vorgegeben werden. Einige dieser Kommissions- mitglieder sind überaus eng mit deren Interessen verfilzt. Peter Mandelson (GB), als Minister unter Tony Blair untragbar, wurde nach Brüssel weggelobt. Neelie Kroes (NL) hat in vielen Aufsichtsräten gesessen (Bahn, McDonald's, Thales, Volvo). Eine von Konzerninteressen unabhängige Politik ist von dieser Frau nicht zu erwarten. Günter Verheugen (D) wird die Lissabon-Strategie (Zerstörung der Sozialsysteme in Europa) umsetzen. Für ihn haben die Interessen der Wirtschaft Vorrang. Der europäische Binnenmarkt für Dienstleistungen soll komplett liberalisiert werden. Alle öffentlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Dienstleistungen in der EU sollen privaten Verwertungsinteressen unterworfen werden.

»  Die Lissabon-Strategie (PDF-Datei)

Türkei, Menschenrechte - Blödsinn! Es geht um Geopolitik, um Öl, um Wasser. Die EU-Kommission wird am 17.Dezember 04 den Beginn der Beitrittsverhandlungen bekanntgeben.
Der Franzose Michel Rocard hat es auf den Punkt gebracht: "Reden wir nicht über Menschenrechte, reden wir über Geopolitik."

Wir müssen mehr arbeiten, damit mehr Arbeitsplätze entstehen

Diese Position wird von Leuten vertreten, die entweder an Paranoia, Perfidie oder Dummheit leiden. Zumindest ist mittlerweile vielen an dieser Debatte Beteiligten der einst vielleicht einmal vorhandene gesunde Menschenverstand abhanden gekommen.

Wenn länger gearbeitet wird, steigt die Produktivität des einzelnen Arbeitnehmers, behauptet Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Institutes. Das ist schlicht falsch, sagt Jo Wüllner (heise): Produktivität bezeichnet die Effizienz von Produktion. Wenn ein Arbeitnehmer länger arbeitet, die Arbeit aber gleich strukturiert bleibt, bleibt auch die Produktivität gleich. Was steigt, ist die Produktion des Unternehmens. Ein Arbeitnehmer ist produktiver, wenn er pro Stunde mehr produziert als zuvor. Wenn der Arbeitnehmer für Mehrarbeit nicht mehr Geld bekommt, steigt neben der Produktion auch die Produktivität des Unter- nehmens. Es kann mehr produzieren, ohne mehr Geld dafür auszugeben.
Wer mehr dummdreiste Sinn-Sprüche erträgt, der sollte sich bei der Welt am Sonntag den Sinn-Artikel "Warum wir länger arbeiten müssen" vom 14.11.2004, herunterladen. Wenn das stimmt, was der Sinn schreibt, wäre ein Rezept für Gewinnmaximierung und Vollbeschäftigung gefunden. Hans-Werner Sinn müßte dann sofort Clement als Superminister ablösen. Sinn glaubt, die Menschen seien bereits total verblödet und übersieht völlig, daß einige seine Wirtschaftsmärchen durchschauen. Hans-Werner Sinn bietet Verdummung an, deshalb sitzt er in so vielen Talkshows.

Korruption ist in Deutschland Alltag

Transparency International sagt: Jährlich werden 20 Milliarden Euro (bei Licht gesehen) im deutschen Gesundheitswesen betrügerisch abgezockt. Die kriminellen Machenschaften betreffen alle Bereiche des Gesundheitswesen, von der Medikamentenzulassung über die Honorar- und Leistungsabrechnungen bis hin zu Patienten-Selbsthilfegruppen, die für einzelne Pharmafirmen agieren. Den größten Batzen holen sich die Pharmafirmen. Dann folgen die Abrechnungsmodalitäten der Kassenärztlichen Vereinigungen.
In deutschen Printmedien wird behauptet, Transparency International habe ihre Studie mit Daten aus den USA unterlegt. Mag sein, das ändert aber nichts an der Tatsache, daß in einem System, in dem viel Geld verteilt wird, streng gegen Filz und Fälschung vorgegangen werden muß. In der Bakschisch-Republik Deutschland gehört Korruption - wie wir alle wissen - zum Alltag.

Sozialraub

Protest vor der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg

Wut, Empörung, ja sogar Entsetzen war in den Gesichtern der 10 000 Demonstranten zu erkennen, die am 6. November 2004 in Nürnberg gegen Sozialraub, Agenda 2010 und Hartz IV protestierten. Wut, weil sie gezwungen werden, zu Minilöhnen oder zum Nulltarif zu arbeiten. Empörung, weil sie erkannt haben, daß Reiche immer reicher werden und Konzerne keine Steuern zahlen. Entsetzen darüber, daß ein Teil derjenigen, die heute Hilfe erhalten, ab Januar 2005 nichts mehr bekommen sollen.
Auch Gewerkschafter protestierten, obwohl der DGB sich geweigert hatte, die Demonstration zu unterstützen. Begleitet wurde die Demo von einem massiven Polizeiaufgebot (für den sozialen Frieden gibt es Polizei und Bundeswehr). Es durfte nicht vor der BA protestiert werden; die war weiträumig abgesperrt worden und bewacht. In den Straßen von Rom tanzten zur gleichen Zeit 70 000 Italiener und protestierten so gegen Verarmung und Ausgrenzung.

Unser Sozialstaat ist bezahlbar

Das Grundproblem der sozialen Sicherungssysteme ist die gewollte Massenarbeitslosigkeit. Die stetig sinkende Lohnquote bei zunehmender Produktivität führt zu Einnahmeproblemen, gleichzeitig bewirkt eine steigende Zahl von Arbeitslosen mehr Ausgaben bei den Systemen.

Zurück zur 40-Stunden-Woche

Gewonnen wird gesamtwirtschaftlich nichts. Schaut man auf die tatsächlichen Arbeitszeiten, liegen die Deutschen in der europäischen Mitte. Inklusive Überstunden arbeiten sie im Schnitt 40 Stunden die Woche - in Ostdeutschland sogar noch länger. Die Vorstellung, man könne über eine längere Arbeits- zeit den maroden Bundeshaushalt sanieren ist abwegig und zeigt: Man ist mit dem Latein am Ende.

Man arbeitet in Deutschland nicht mehr, um Bedürfnisse zu befriedigen, sondern um Profitzwänge zu erfüllen.

2004: Das Jahr der Demontage

Arbeitnehmer erleben eine epochale Entmachtung. Von Siemens bis Opel stellen die Unternehmen sie vor die Wahl: Entweder sie gehen freiwillig, oder sie werden gegangen. Aber, sie dürfen als Zwangs- arbeiter gerne wiederkommen, bekommen sogar ihren angestammten Platz am Fließband zurück, aber nur, um diese zu demontieren und für den Versand nach Ungarn oder Südafrika herzurichten. Die BRD erlebt in diesem Jahr die Entmachtung der Arbeiter. Die Demontage eines deutschen Mythos. Ein in der Geschichte beispielloser Prozeß läuft ab. Die Arbeiter von VW und Siemens waren Symbole deutscher Wirtschaftskraft, waren fleißig und diszipliniert. Deutsche Arbeiter bauten Werte von hoher Qualität. Sie schufen Wohlstand für alle. Aus und vorbei. Heute müssen sie sich täglich sagen lassen, sie seien zu teuer, außerdem faul und leicht durch billigere Arbeitskräfte im Ausland ersetzbar.

Nun ist sie unterschrieben, die Verfassung der Union

Das Werk hat wenig mit jenen Grundgesetzen gemein, die Bürger einst erkämpft haben. Menschen- und Bürgerrechte spielen in dem in Rom so feierlich unterzeichneten Dokument kaum eine Rolle. Markt- wirtschaft und Wettbewerb werden in Verfassungsrang erhoben. Alles andere wird ihnen untergeordnet auch Bildung und Gesundheit. Eine gefährliche Entwicklung wurde in Gang gesetzt. Der Militarisierung der EU und dem Neoliberalismus wurden Tür und Tor geöffnet. Doch die Hymne des Neoliberalismus ist: Befreie die Märkte und knebele das Volk.

Deutschland: Das Land, das aus Talkshow-Studios regiert wird

15 Jahre nach der Wende mit Währungsfalle, Treuhand-Desaster, Lohnfiasko - für die Fehler beim Aufbau Ost zahlen Bundesbürger einen hohen Preis. Heute reden manche vom Abbau Ost, die Politik ist ratlos wie am ersten Tag. Sie haben aus ihren Kardinalfehlern beim Aufbau Ost nichts gelernt - im Gegenteil: Sie betreiben heute mit aller Macht den Abbau West.

Wie man seine Monopolstellung mißbraucht, um sein Produkt rücksichtslos zu verteuern

Das Gas Stickstoffmonoxyd wird in Krankenhäusern eingesetzt , zum Beispiel um Frühgeborenen das Leben zu retten - in Deutschland Hunderte Babys jedes Jahr. Stickstoffmonoxyd (NO) brauchen sie um zu überleben. Jetzt können sich Krankenhäuser die Behandlung nicht mehr leisten, denn die Kosten für NO sind um das 50fache angestiegen. Der Anbieter hat den Preis um 5000 % in die Höhe getrieben.
Preistreiber ist die Linde AG. Der Konzern hat ein Monopol auf die medizinische Anwendung. Gas ist wichtigster Unternehmensbereich der Linde AG und der Konzern zahlt hohe Dividende. Die Konzern- leitung setzt auf einen ertragsorientierten Wachstumskurs - Marktführerschaft weltweit. Wie kann die Linde AG den Preis derart in die Höhe treiben? Die Erklärung: Der Konzern hat das alleinige Patentrecht gekauft. Die medizinische Anwendung von billigem Industriegas läßt Linde gerichtlich verbieten. Nur das Gas von Linde darf eingesetzt werden. Damit sichert sich der Konzern europaweit sein Monopol. Ein längst bekannter Wirkstoff wurde über eine neue EU-Zulassung zum Medikament erklärt. Unvorstellbar, aber wahr: Frühchen müssen sterben. Ulla Schmidt, die Bundesgesundheitsministerin findet das ganz in Ordnung: Linde habe schließlich hohe Entwicklungskosten gehabt.

Täglich gehen 600 Jobs verloren: Die Werker von Bochum

Werden die geplanten Massenentlassungen bei Opel wahr, wird jeder zweite gefeuerte nie mehr einen Job finden und nach einem Jahr Arbeitslosigkeit in die von Bundeskanzler Gerhard Schröder & Friends installierte Armutsfalle - Hartz IV und ALG II genannt - tappen. Der erzeugte Druck auf Management, Politik und verschlafene Gewerkschaftsführung waren den Versuch wert. Verlierer sind die Werker von Bochum trotzdem. Opel Bochum droht mittelfristig die Schließung.
Die Ursachen für die Krise bei Opel sind nicht die Personalkosten, sondern Fehlentscheidungen des Topmanagements von General Motors, sagt ein Mann, der es wissen muß. Hans Wilhelm Gäb war bis 1998 Chef des Opel-Aufsichtsrats und Vizepräsident von GM Europe.

Im Grunde genommen, tragen die Beschäftigten immer mehr an Verantwortung für Fehlentscheidungen, die an einer Stelle getroffen werden, an der sie überhaupt nicht beteiligt sind. (Professor Rudolf Hickel)

Vorgänge wie in Bochum überschreiten den Horizont der Politiker bei weitem. In deren neoliberaler Welt sind Widerstand oder Revolten einfach nicht vorgesehen. Diese Psychopathen leben in einer eigens für sich selbst geschaffenen Welt mit Nummernkonten im Ausland, die es zu füllen gilt. Gerhard Schröder reist nach China, nach Indien, an den Hindukusch um Arbeitsplätze zu schaffen. Gewinner sind wieder die Unternehmen. Die Werker in Bochum sind ihm egal - Menschen sind ihm egal. Nur wenn es um seine vermeintlichen Freunde, die Bosse geht, dann wird er quicklebendig.

Vernichtendes Zeugnis für Bundesagentur

Nichtmal jeder 20. Vorschlag führt zu einer Arbeitsaufnahme. Der Bundesrechnungshof rügt deshalb die Jobvermittler. Die geringe Erfolgsquote beweist, daß die Vermittlungsarbeit bei den geprüften Agenturen nicht effektiv war, monierten die Prüfer. Eine Verbesserung der Vermittlung der Arbeitslosen gehört aber zu den zentralen Zielen der rot-grünen Arbeitsmarkreformen.
Vor zwei Jahren hat der Bundesrechnungshof festgestellt, daß weit weniger Arbeitssuchende vermittelt wurden, als die Statistiken auswiesen. Diese Ergebnisse lösten einen Skandal um die Bundesanstalt aus. Der Bundesrechnungshof hat auch kritisiert, daß die Vermittlungsgutscheine wenig erfolgreich und in hohem Maße mißbrauchsanfällig sind.
Bereits am 10. Februar 2002 habe ich, der Autor von Tatort Wort behauptet: Nun wurde die Politik durch die Arbeitsamtaffäre zwar aufgeschreckt, doch ändern wird sie nichts. Und wie man sieht: geändert hat sich wirklich nichts! Bei der Bundesagentur werden Arbeitslose auch weiterhin nur verwaltet. Ineffektiv wie eh und je urteilt der stern. Die Wirklichkeit in den Arbeitsämtern ist nahezu unverändert. Zwei Jahre Umbau ohne messbaren Erfolg. Zu diesem Schluß kommt der Bundesrechnungshof. Und doch gibt es einen Gewinner, der seinen Reibach macht: Accenture. Von ursprünglich 35 auf aktuell 163 Millionen Euro stiegen die Kosten für den Virtuellen Arbeitsmarkt. Der messbare Nutzen für die Arbeitslosen liegt etwa bei Null. Die Staatsanwaltschaft sollte sich einschalten, denn bei der BA wird Geld in dreistelliger Millionenhöhe veruntreut.

Im Arbeitsleben, im alltäglichen Leben herrscht Diktatur

Niemand im Deutschland dieser Tage glaubt mehr an eine kontinuierliche Karriere, an deren Ende eine wohlverdiente Rente steht. Jeder Arbeitnehmer weiß, daß er tendenziell ein Kleenex-Kandiat ist: Ab 50 zum Wegwerfen bereit. (Martina Meister, fr)

Kurt Schumacher (SPD) erklärte 1945 in Kiel: Auf der Tagesordnung steht heute als der entscheidende Punkt die Abschaffung der kapitalistischen Ausbeutung und die Überführung der Produktionsmittel aus der Hand der großen Besitzenden in gesellschaftliches Eigentum, Lenkung der gesamten Wirtschaft nicht nach privaten Profitinteressen, sondern nach Grundsätzen volkswirtschaftlicher Planung. In das Parteiprogramm der CDU, wurde 1947 die Erkenntnis aufgenommen: Inhalt und Ziel der sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.
Im Godesberger Programm der SPD von 1959 steht: Die führenden Männer der Großwirtschaft gewinnen einen Einfluß auf Staat und Politik, der mit demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar ist. Diese Entwicklung ist eine Herausforderung an alle, für die Freiheit und Menschenwürde, Gerechtigkeit und soziale Sicherheit die Grundlagen der menschlichen Gesellschaft sind. Die Bändigung der Macht der Großwirtschaft ist daher die zentrale Aufgabe einer freiheitlichen Wirtschaftspolitik, Staat und Gesell- schaft dürfen nicht zur Beute mächtiger Interessengruppen werden. Sie wurden zu deren Beute. Sozis haben es zugelassen bzw. erst möglich gemacht. Weder Parteien noch Gewerkschaften befassen sich mit den Folgen.

Nach 45 sahen die Deutschen im Kapitalismus die Ursache ihres Elends. Im Kalten Krieg wurde diese Einsicht vergessen. [] der Sozialismus verschwunden, der Kapitalismus regiert erneut. Aus sozialer Marktwirtschaft wird Marktwirtschaft pur. Nach Friedrich Wilhelm IV., Bismarck, Weimar, Hitler, Stalin, Adenauer nun Schröder mit Hartz IV.

Viele Wahlberechtigte gehen nicht mehr zur Wahl. Günter Gaus bekannte: "Selbstverständlich nehme ich nicht mehr an Wahlen teil." Alle Parteien machen die gleiche Politik. Wahlen werden so zur Farce. Im Arbeitsleben, im alltäglichen Leben herrscht Diktatur.

In Deutschland diagnostizieren viele eine Krise der Demokratie. Hans Herbert von Arnim sagt:"Die Demokratie ist in Deutschland kaum mehr als ein schöner Schein." Diese Krise ist nicht nur, wie Gaus meint, eine Folge der Meinungsmanipulation durch die Medien. Professor von Arnim sieht eine davon im Status der Politiker, die sich selbst als politische Klasse bezeichnen. Von Arnim sagt: "Die politische Klasse hat das System so ausgestaltet, daß sie die strategischen Positionen besetzt und fast alles unter sich ausmacht ... Die politische Klasse baut nicht mehr auf die Basis auf, lebt von ihr weder ideell noch finanziell und wird von ihr auch nicht kontrolliert. Vielmehr kontrolliert die politische Klasse umgekehrt zunehmend die Basis."

Im Kapitalismus wird alles zu Ware, die Arbeitskraft, die Gesundheit, die Kultur und die Politik. Politiker sagen, ihre Politik sei alternativlos, sie nennen sie Reformpolitik. Sie ist aber in Wahrheit Bismarcksche Politik zu Zeiten der Sozialistengesetze - vor der eigentlichen Sozialgesetzgebung.

Politiker sind käuflich, werden mit Problemen nicht fertig. Medien werden vom Kapital kontrolliert. Dieses Land ist krank und wird sich nicht so schnell erholen. Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit, Drogenmißbrauch und Kriminalität werden noch zunehmen.

Gewerkschaften sind in die Falle der neoliberalen Profiteure gegangen, denen volkswirtschaftliche oder gesellschaftspolitische Verwerfungen nichts, höhere Gewinnmargen alles bedeuten. Gewerkschaften müssen endlich zu ihrer eigentlichen Arbeit und Aufgabe zurückkehren: Ihr Job ist es, die Interessen der Beschäftigten zu vertreten.

Berater: Ohne Bertelsmann geht nichts

Privatisierung der Politik

Eine flächendeckende Politikberatung übt die Bertelsmann Stiftung aus; sie forciert die Tendenz zur Privatisierung der Politik. Bertelsmann bedeutet Meinungsmacht. Eine verhindernde, prophylaktische, ausschließende Macht. Bestimmte Themen und Gesichtspunkte haben in den großen Medien keine Chance. Gutachter der Bertelsmann-Stiftung sitzen in allen bedeutenden sozial-, bildungs- und sicherheitspolitischen Gremien Europas und die meisten einschlägigen Entscheidungen lassen ihre Handschrift erkennen. Bertelsmann ist eine deutsche, wenn nicht sogar eine europäische Großmacht. Nach dem Wahlsieg 98 und der Regierungsübernahme eilten Gerhard Schröder und Joschka Fischer ganz fix nach Gütersloh um sich zu bedanken. (heise online)

Schröder und Fischer, zwei leicht ergraute 68er, benehmen sich wie Hofschranzen. Sie zeigen wenig Loyalität nach unten, aber irgendwie muß ihnen ein "Oben" erschienen sein, dem sie bei Tag und bei Nacht zuarbeiten.

»Berater in Staat und Gesellschaft
»Beraterboom unter Schröder

Wenn von Globalisierung und Privatisierung die Rede ist, dann wird die Beraterbranche oft zuletzt genannt. Nicht Politik- und Kommunikationsberater, die ein schier undurchsichtiges Netzwerk bilden, sind hier gemeint, sondern Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftskanzleien. Diese sitzen seit der Wende überall, in der Bundesagentur für Arbeit, Bundeswehr, Landesregierungen, Stadt- verwaltungen, Krankenhäusern und Kirchen. Die Öffentlichkeit kann das nicht wissen, denn die Berater arbeiten im Hintergrund, im Verschwiegenen sozusagen.
Warum und wozu wurden sie vom Staat geholt? Sorgen sie für neue Arbeitsplätze? Nein, ganz und gar nicht, sie vernichten Arbeitsplätze. Traditionell in Privatunternehmen tätig, bauen Berater nun den Staat um. Was immer unsere Regierung beschließt, entstammt nicht mehr dem Parlament.

»Alle müssen sich wehren
»Ökonomen und Wirtschaftsjournalisten
» Politiker treiben die Beiträge hoch (gesetzl. Krankenkasse)
»Fünfte Kolonne der Bourgeoisie (*) Millionenschwere PR-Kampagnen beeinflussen mit teils fragwürdigen Strategien die öffentliche Meinung in Deutschland zugunsten neoliberaler Reformen.
Berater wie McKinsey, Price Waterhouse Coopers, die ganze Brut privatisiert den Staat.

(*)Deutschlands Bourgeoisie ist ein verfaultes, stinkendes Bürgertum, das schon mehrmals vor den gröbsten Infamien nicht zurückschreckte.

Umsetzung von Hartz IV

Schon heute werden bei der Umsetzung von Hartz IV Arbeitslose massiv unter Druck gesetzt und ent-rechtet. Vielerorts wird keine Rücksicht auf geltendes Recht genommen. Man erahnt, was ab 2005 Arbeitslosen blüht. Richtig betrachtet werden aber auch die Mitarbeiter in den Ämtern aufgerieben zwischen dem Druck der Vorgesetzen und den rechtswidrigen Schikanen an den bedauernswerten Leistungsempfängern. Es zeigt sich, wie bei den Vorbereitungen zum ALG II die Arbeitslosen bekämpft werden - und nicht die Arbeitslosigkeit.

Umverteilung von unten nach oben ist ein Riesenerfolg für Gerhard Schröder

Bei Opel sorgen sich tausende Mitarbeiter um ihren Job, 10000 sollen entlassen werden. Bei VW wird über Einkommenseinschnitte verhandelt. Bei Audi, Porsche und BMW freuen sich Manager und Arbeiter über Rekordabsatzahlen. Die Beschäftigten bei BMW erhielten im Juli sogar eine Erfolgsbeteiligung.
Lohnt sich in Deutschland der Bau von Edellimousinen? Für Porsche, BMW und Mercedes, ja, für den gemeinen Deutschen nicht, ihm bleibt nur "Aldi". Luxus für arbeitende Deutsche, wollen Schröder und seine Freunde, die Bosse nicht. Ein Golf von Volkswagen, nun wahrlich keine Edelkarosse, soll 33.000 Euro kosten - das ist verrückt. Wer um Gotteswillen soll den Karren kaufen?

Mobilfunkanbieter betrügen sich selbst am meisten

Die Manager der großen Mobilfunkanbieter sind einfach nur dämlich oder sie denken nur an das große Geld, also zuallererst an sich und ganz zuletzt an das Unternehmen, für das sie arbeiten - wenn sie denn arbeiten!
Mobilfunkanbieter in Europa unterschätzen die Tatsache, daß ihre Kunden lieber billiger telefonieren und einfache Dienste bevorzugen. Indem sie die Bedürfnisse ihrer Kunden falsch bewerten und eine Menge Schnickschnack anbieten, verschenken sie mögliche Umsatzzuwächse; sie vernachlässigen den simp- len Wunsch der Kunden zu günstigen Verbindungspreisen zu telefonieren. Das beweist eine Studie der Unternehmensberater Capgemini und der Hochschule INSEAD.
In Schweden ist Comviq (Tele2-Tochter) mit einer "Aldi"-Strategie erfolgreich: Der Anbieter setzt auf verständliche Tarife und hat so die Preisführerschaft in Schweden übernommen. Kosten spart Comviq, indem es seine Produkte über den Elektroeinzelhandel vertreibt, anstatt eigene Shops in teuren Innen- stadtlagen zu betreiben. Außerdem hat Comvic nur wenig Geld in die Aufrüstung seiner Infrastruktur mit GPRS gesteckt - mit der Folge, daß Comvic-Kunden nur eine kleine Auswahl datenintensiver mobiler Dienste wie MMS oder Unified Messaging haben. Die Kunden scheinen diese auch nicht zu vermissen, kein Wunder, wenn man bedenkt, daß zwei Drittel der für die Studie befragten Nutzer noch nie eine MMS versandt haben. Auf dem deutschen Markt ist es "o2" mit seinem "Genion"-Angebot gelungen ein positives EBITDA (Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) zu erzielen. 73 Prozent der Vertragskunden nutzen Genion und können in ihrer "homezone" mit dem Handy zu festnetzähnlichen Tarifen telefonieren. "o2" zeigt den deutschen Marktriesen T-Mobile und Vodafone wie mans macht und verweist sie beim "Umsatz je Kunde" auf die hinteren Ränge.

Kapitalismus

Die neuen Industrieländer sind immer weniger auf die alten angewiesen. Anfang der 80er Jahre bezogen sie noch 82 Prozent ihrer importierten Industriegüter aus der ersten Welt. 15 Jahre später sind es nur noch 62 Prozent. Die alten Industrienationen bezogen Anfang der 80er Jahre noch fast 90 Prozent aller importierten Industriegüter aus anderen hochentwickelten kapitalistischen Ländern. Jetzt sind es nur noch 75 Prozent, während über 20 Prozent aus den neuen industrialisierten Ländern (China, Indien, Brasilien) kommen. Von Globalisierung zu reden ist eigentlich Unfug. Die alten Kapitalisten haben sich neue herangezüchtet, die gerade dabei sind, sie ökonomisch kaputt zu machen. In China steht die neue Werkbank der Welt. China produziert zwei Drittel aller Fotokopierer, Mikrowellengeräte, DVD-Spieler, mehr als die Hälfte aller Digitalkameras und ungefähr zwei Fünftel aller PCs. Mehr als die Hälfte aller Industriearbeitsplätze sind nicht mehr in den alten, sondern in den neuen Industrieländern.
So wie man früher nicht in der Lage war, den aus der Landwirtschaft entlassenen Menschen eine sinn- volle Arbeit zu geben, so ist man heute nicht in der Lage, die aus der Industrie entlassenen Menschen einer sinnvollen, gesellschaftlich nützlichen Tätigkeit zuzuführen. Es wird auf Dauer nicht bei einem Kapitalismus bleiben, der die verlorenen Industriearbeitsplätze durch sinnlose Ein-Euro-Jobs ersetzt.
Schrumpft die Arbeiterklasse, zerfällt der Kapitalismus. Dieser Zerfall ist bereits seit zehn Jahren zu beobachten. Die Weltwirtschaft ist labil, die Bevölkerung in den alten Industrieländern wie Deutschland schrumpft, innovative Prozesse erlahmen und bei Siemens, DaimlerChrysler und VW sinken die Löhne. (Ajit K. Ghose, ILA-Studie, Genf: "Jobs und Einkommen in einer sich globalisierenden Welt") [ rt ]

»  Der Kapitalismus liegt derzeit genauso falsch wie einst der Kommunismus

Immer mehr Arbeitslose

Im Oktober waren 4,2 Millionen Menschen erwerbslos gemeldet. Zählt man all jene hinzu, die nicht mit-gezählt werden, so gibt es in diesem Land 7 bis 10 Millionen Arbeitslose.
Lohnkürzungen und Steuersenkungen für Unternehmen werden damit begründet, Arbeitsplätze schaffen zu wollen. Das geht schon seit Jahren so. Die Realität der letzten 3 Jahrzehnte zeigt, daß keine neuen Arbeitsplätze entstehen. Seit Jahrzehnten werden Gelder von unten nach oben umverteilt. Konzerne zahlen seit Jahren keine Steuern mehr, Millionäre zahlen keinen Cent Einkommenssteuer. Die Arbeits- losen werden immer mehr.
Löhne müssen sinken, damit die Industrie auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger wird, heißt es. Fakt ist: Deutschland ist Exportweltmeister. 2002 war sein Exportüberschuß so hoch wie niemals zuvor. Der Sozialstaat ist nicht teurer geworden, das ist ein Märchen. Der Anteil des Bruttosozialprodukts, der für soziale Zwecke ausgegeben wird, war 20 Jahre lang konstant. Seit 1996 sinkt er von Jahr zu Jahr.
Bei Hartz IV ist interessant, wie sich die Kosten für Sozialhilfe zusammensetzen: 2000 betrug das Sozialbudget des Staates 680 Milliarden Euro. Davon entfielen etwas mehr als 20 Milliarden auf die Sozialhilfe. Seit der Steuerreform 2000 verzichtet der Staat auf 30 Milliarden jährlich, die Konzernen erlassen werden um Arbeitsplätze zu schaffen. Tatsächlich dienen die Steuergeschenke dem Surplus.
[] die Arbeitslosenquote so hoch wie während der Weltwirtschaftskrise. Mit einer 30-Stunden-Woche und dem Abbau von Überstunden ließen sich 4,5 Millionen Arbeitsplätze schaffen. Stattdessen: Der Arbeitstag wird verlängert und Lohneinkommen in wenigen Monaten um mehr gekürzt, als die Lohn- erhöhungen der letzten 25 Jahre eingebracht haben.

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[ 1 ] Spitzenpolitiker aus Italien, Dänemark und den Niederlanden warnten nur. Israels Ministerpräsident Schamir erklärte damals, in einem wiedervereinigten Deutschland könne sich der Holocaust durchaus wiederholen. Mitterrand und die von ihm repräsentierte politische Klasse Frankreichs waren entsetzt über die Entwicklungen jenseits des Rheins. Am entschiedensten opponierte die britische Regierung. Margaret Thatcher trat entschieden für die Aufrechterhaltung der beiden militärischen Paktsysteme ein und machte eine deutsch-deutsche Konföderation vom Erfolg eines zehnjährigen Demokratisierungs -prozesses in der DDR abhängig. Am 8. Dezember 1989 schlug sie Mitterrand vor, ein englisch-französisches Bündnis gegen die wahnsinnig gewordenen Deutschen zu zimmern, die nun die Macht über Osteuropa ergriffen. Inzwischen läuft ohne die Deutschen in Osteuropa - bis zu den Gasfeldern in Sibirien - nichts mehr.

Noam Chomsky: "Sein Ende fand der Kalte Krieg mit dem Fall der Berliner Mauer im November 1989. George Bush feierte die Ereignisse, indem er in Panama einmarschierte.."

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