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Islam

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Zentrale Begriffe des Islam

Ahl al-Kitab
Wörtlich: Schriftbesitzer. Islamischer Begriff für Juden und Christen, die sich zwar gleichermaßen auf Offenbarungsbücher beziehen, nach Sicht der Moslems die wahre Lehre Gottes aber verfälscht haben.

Dschihad (Djihad)
Anstrengung auf dem Weg Gottes: Ursprünglich unterteilt der Islam die Welt in zwei Bereiche: den Dar al-Islam (Geltungsbereich des Islam) und den Dar al-Harb (Gebiet des Krieges), wohin der Islam noch nicht vorgedrungen ist. Theoretisch besteht zwischen beiden Gebieten ein dauernder Kriegszustand. Die gemeinsame "Anstrengung auf dem Weg Gottes" (Dschihad), der Krieg gegen die Ungläubigen, diente der Verteidigung und der Ausbreitung des Islam.

Fundamentalismus
Islamischer Fundamentalismus bedeutet die Rückkehr zur Scharia (s.d.) sowie zum goldenen Zeitalter Mohammeds und der ersten Kalifen. In vielen islamischen Ländern gibt es seit jeher fundamentalistische Bewegungen. Als seinem Wesen nach politische Strömung lehnt sich der Fundamentalismus gegen die Herrschaft mit religiösen Begründungen auf, die bedingt sind durch die theokratische Natur des klassischen Islamischen Staates. Heute wendet sich der Fundamentalismus besonders gegen Regierungen, die als säkularisiert oder gar als ungläubig betrachtet werden. Mit Hilfe des Djihad (s.d.) wollen die Fundamentalisten die Herrschaftsverhältnisse in ihrem Sinne ändern. Einer der beachtenswertesten politischen Erfolge des Fundamentalismus war derjenige der Wahabiten (s.d.) im 18. Jhdt. in Saudi-Arabien.

Hadith
Die überlieferten Aussprüche, Taten, Entscheidungen und Billigungen des Propheten Mohammed, die zusätzlich zum Koran weitergetragen worden sind. Sie bilden neben dem Koran die Quelle der Scharia (s.D.).

Hadsch (Hadjdj)
Die im islamischen Pilgermonat Du al-Hidjdja stattfindende Wallfahrt der Muslime nach Mekka. Das am 10. Tag des Du al-Hidjdja stattfindende Opferfest (id al-adha) ist der höchste Feiertag der islamischen Welt. Die Pilgerfahrt orientiert sich am Beispiel Mohammeds, der die Hadsch in seinem letzten Lebensjahr unternahm.

Imam
Der Vorbeter der islamischen Gemeinde in der Moschee. Bei den Schiiten ist der Imam das Oberhaupt der gesamten islamischen Gemeinde. Er muß aus der Familie des Propheten Mohammed stammen. Der letzte Imam gilt seit Jahrhunderten als verborgen. Es heißt, daß er am Ende der Zeiten als Welterlöser (Mahdi) ein Idealreich errichten wird.

Koran
In 114 Suren vom Propheten Mohammed festgehaltenes Wort Gottes. Der Koran ist die hauptsächliche Quelle allen islamischen Rechts.

Mekka
Die heiligste Stadt des Islam liegt in Saudi-Arabien. Das Zentrum Mekkas bildet die Kaaba, die alljährlich während des Hadjdj das Ziel von über zwei Millionen Pilgern ist.

Mufti
Islamischer Gelehrter, der berechtigt ist, religiöse Rechtsgutachten (Fatwas) zu bestimmten Fragen abzugeben.

Mullah
Iranische Bezeichnung für islamische Schriftgelehrte.

Qada
Ein nach den Gesetzen des Islam gefälltes Urteil. Nur der Kadi darf ein Urteil sprechen.

Scharia
Wörtlich: "Der vorgeschriebene Weg". Bezeichnung für das islamische Recht. Die Scharia wurde in der Zeit vom 7. bis zum 9. Jahrhundert von islamischen Theologen und Rechtsgelehrten aufgrund des Korans und der von Mohammed überlieferten Rechtspraxis geschaffen. Die Scharia umfaßt das rituelle Recht sowie das Familien-, Erb-, Schuld-, Straf- und Kriegsrecht. Die rituellen Vorschriften sind in den islamischen Ländern noch voll gültig, die restlichen Gesetze bestimmen nur in wenigen Ländern wie dem Iran das Rechtssystem.

Schiiten
Nach dem Tod Mohammeds spaltete sich die Gläubigen, weil sie sich über die Person des Nachfolgers nicht einigen konnten, in die Sunniten und in die Schiiten. Etwa 10 Prozent der Moslems sind Schiiten. Die Führer der schiitischen Gemeinden sind die Imame, die sich im Besitz des Gesamtwissens befinden, denen also absolute Autorität zukommt. Die Imamiten, die größte schiitische Gruppierung, gelten im Iran seit dem 16. Jahrhundert als offizielle Religion, zu der sich die Mehrheit der Bevölkerung bekennt.

Sunniten
Abgeleitet aus Sunna: Überlieferung der Gewohnheiten und Aussprüche des Propheten. Nach dem Tod Mohammeds spaltete sich die Gläubigen, weil sie sich über die Person des Nachfolgers nicht einigen konnten, in die Sunniten und in die Schiiten. Etwa 90 Prozent der Moslems sind Sunniten. Sie sehen in dem rechtmäßigen Leiter der islamischen Gemeinschaft eine gewöhnliche Person, die allerdings außerordentlich gottesfürchtig und in religiösen Wissenschaften erfahren sein muß.

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