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Die wirtschaftlichen Rahmendaten könnten nicht schlechter sein:

19.09.2002 | Die Mehrheit der Forschungsinstitute rechnet für das laufende Jahr mit nur noch einem halben Prozent Wachstum. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) korrigierte seine bisherigen Annahmen sogar um 0,8 auf 0,4 Prozent. Noch skeptischer zeigt sich die Pariser Großbank Société Générale (SG). Nach ihrer Einschätzung steuert Deutschland in eine nachhaltige Rezession. Angesichts struktureller Probleme seien bis 2010 nur Wachstumsraten von maximal 1,5 Prozent realistisch, heißt es in einer Studie der SG. Im laufenden Jahr werde die deutsche Wirtschaft vermutlich nur um 0,2 Prozent zulegen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist mit 4,05 Millionen so hoch wie nie zuvor. Mit mehr als 40.000 Pleiten wird bis Ende des Jahres gerechnet. Schon hundert deutsche Kreditinstitute sind pleite - oder in Schieflage. Von den einst sieben größten, unabhängigen Privatbanken sind nur noch drei übrig.

Bilanz des Schreckens
- 38.000 Stellen fallen allein bei den vier Großbanken noch weg
- 6.000 beim Chemiekonzern Bayer (15.000 bis 2003)
- 4.000 bei der BASF
- 5.000 bei MAN
- 2.000 bei KarstadtQuelle
- 6.500 bei DaimlerChrysler
- 7.000 bei der Deutschen Telekom (jährlich 10.000, insg. 55.000)
- 10.000 bei der Deutschen Post
- 20.000 bei der Deutsche Bahn
- 18.400 im Elektrohandwerk, dort bricht der Umsatz weg
- 5.000 bei Infineon
- 1.300 bei Epcos
- 1.600 bei Mobilcom
- 5.000 bei Siemens (im In- und Ausland 35.000)
- 10.000 Arbeitsplätze kostet die Dienstwagensteuer
- 60.000 Arbeitsplätze kostet der höhere Rentenbeitrag
- 60-70.000 Arbeitsplätze kostet die Streichung von Fördermitteln und Steuervergünstigungen im Denkmalschutz
- 30.000 Stellen fallen beim Einzelhandel weg
- 55.000 Jobs sind im Handel bedroht
- 120.000 Stellen bei der Hälfte der 30 großen Dax-Konzerne
- 120.000 Stellen sind in der Bauindustrie bedroht
- 300.000 Stellen sind in den vergangenen zwölf Monaten im Handwerk weggefallen.

Geradezu am Boden liegt die Baubranche. In den vergangenen sechs Jahren haben gut eine halbe Million Bauarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren.

Der Einzelhandel kündigt einen Abbau von m. a. 30.000 Stellen an. Für das gesamte Jahr dürfte die Zahl der Insolvenzanträge rund 40.000 erreichen, was 4 bis 500.000 Arbeitslose mehr zum Jahreswechsel bedeuten könnte. Auch in der deutschen Metall- und Elektroindustrie steht nach Ansicht der Arbeitgeber wegen der weiterhin schwachen Konjunktur ein gewaltiger Stellenabbau bevor. Rund 200.000 Arbeitsplätze seien gefährdet, sagt der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser.

Hunderttausende Aktionäre erleben, wie Börsenturbulenzen ihre Vermögen schrumpfen lassen. Bürgermeister aus allen Teilen Deutschlands berichten über die Finanznöte ihrer Städte.

Alle wissen: Der Hauptkostenfaktor der Industrie ist nicht das Personal, sondern das sind Energie, Material und Manager. Manager die 37 Prozent ihrer Zeit und der ihrer Mitarbeiter verplempern werden gehalten, Arbeiter und Angestellte rausgeschmissen.

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