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Körperschaftssteuer

Die AGs und GmbHs führen kaum noch Körperschaftsteuer an den Fiskus ab. Um zu verhindern, dass ausländische Investoren abgeschreckt werden oder deutsche Betriebe ins Ausland abwandern, sind die Körperschaftsteuersätze von 40 Prozent für einbehaltene und 30 Prozent für ausgeschüttete Gewinne auf 25 Prozent gesenkt worden.

Dank Rücklagen hatten Kapitalgesellschaften ein jederzeit abrufbares Steuerguthaben. Per Gesetz ist den Unternehmen für die Ausschüttung der alten Gewinne eine Frist von 15 Jahren eingeräumt worden. Eichels Steuerexperten haben sich vertan - statt, wie vermutet, die Auszahlungen halbwegs gleichmäßig über die Jahre zu verteilen, lösten die Unternehmen bereits im vergangenen Jahr in erheblichem Umfang Rücklagen auf. Angesichts rückläufiger Gewinne konnten sie auf diese Weise ihren Eigentümern großzügige Dividenden zahlen. Auf die ausgeschütteten Gewinne aus alter Zeit müssen die Anteilseigner Kapitalertragsteuer zahlen.

Der Staat muß hinnehmen, dass die Wirtschaftsflaute die Gewinne und damit die Körperschaftsteuer weiter sinken lässt. Die Steuer hängt von der Konjunktur ab.

Zeitbombe im Steuerrecht:

Seit den achtziger Jahren können Unternehmen frühere Verluste gegen aktuelle Gewinne aufrechnen. Deshalb zahlen Konzerne wie DaimlerChrysler selbst in gewinnträchtigen Jahren keine oder nur geringe Körperschaftsteuern. Die aufgelaufenen Verlustvorträge taxieren Fachleute im Finanzministerium auf rund 130 Milliarden Euro.