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600.000 Jobs im Handwerk in Gefahr

Die wirtschaftliche Lage im Handwerk und in der Elektro-Industrie ist trostlos. Das ist das Fazit der jüngsten Konjunktur-Prognosen beider Branchenverbände.

Allein in diesem Jahr könnten durch Kaufzurückhaltung und Wirtschaftsflaute 300.000 Arbeitsplätze wegfallen, sagte Handwerks-Präsident Hanns-Eberhard Schleyer anläßlich der Präsentation einer neuen Konjunktur-Analyse seines Verbandes. Im kommenden Jahr würden mindestens 100.000 weitere Jobs abgebaut. Je nachdem, wie die Belastungen für Bürger und Betriebe durch die rot-grüne Regierung ausfalle, könne diese Zahl aber auch auf bis zu 300.000 steigen. Die Beschäftigung war im vergangenen Jahr um 200.000 gesunken. Inzwischen habe der Stellenabbau ein bislang nicht gekanntes Ausmaß erreicht, sagte Schleyer. Ende 2001 beschäftigte das Handwerk rund 5,7 Millionen Menschen.

28 Prozent der Firmen in West- und 31 Prozent in Ostdeutschland planen, sich schon in diesem Winter von weiteren Mitarbeitern zu trennen. Viele kleine und mittlere Unternehmen wollen ihre ohnehin niedrigen Investitionen weiter zurückzufahren.

Auch die Elektro-Industrie hat nach Einschätzung ihres Zentralverbandes wegen der weltweiten Konjunkturschwäche ein weiteres trübes Geschäftsjahr vor sich. Die Produktion werde wegen gut gefüllter Lager und der Verlagerung von Kapazitäten ins Ausland deutlich zurückgehen. Die Beschäftigung in der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie wird bis Jahresende auf 840.000 zurückgehen. Das wäre der tiefste Stand seit 1960. Von Oktober 2001 bis September 2002 seien rund 40.000 Arbeitsplätze abgebaut worden.

Eine der Hauptursachen für die sich verschärfende Krise der Branchen ist nach Einschätzung der Verbände die Wirtschaftspolitik der Regierung. Die geplante Erhöhung der Steuern, Abgaben und Sozialbeiträge sei "Gift für die Wirtschaft".

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