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Narzißt oder Neider


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Dreister Selbstdarsteller und Maulheld, brillanter Bluffer und gnadenloser Schaumschläger, Dünnbrettbohrer und Blender, Rohrstockpädagoge und ein Dummkopf, sagt man beim IWF und OECD über ihn. Stimmt alles nicht, er ist ein Narzißt und Neider!

Geht der Narzißt ans Wasser und betrachtet selbstverliebt sein Spiegelbild, so ist das eine harmlose Variante von Eigenliebe. Heute geht er in die Politik und betrachtet sein Spiegelbild im Fernsehen. Der politische Narzißt, berauscht von sich und seiner Großartigkeit ist maßlos, hochmütig und von perfider Rücksichtslosigkeit im Umgang mit anderen, mit seiner Partei und mit den Gesetzen. Er betet sich selbst an. Er hält sich für den Größten, den Besten, den Wichtigsten. Er hält sich für den, ohne den nichts geht und durch den seine Partei das ist, was sie ist. Und so handelt er dann auch - als Parteichef, als Regierungschef; abgebrüht, umgarnt von Schmeichlern und resistent gegen Beratung.

Politik ist das Terrain, auf dem narzißtische Eigenschaften so ausgelebt werden können wie nirgendwo anders. Geltungsbedürfnis, Großmannssucht, Selbstbezogenheit und Bedenkenlosigkeit gelten in der Öffentlichkeit als Zeichen von Führungsstärke. Der Grat zum Größenwahn ist schmal, so daß er eine Zeit lang übersehen werden kann. Eigenschaften, die sonst in die Psychiatrie führen, führen in der Politik zu hohem Amt.

Politiker können ihre Neurosen gesellschaftlich akzeptiert oft Gewinn bringend verwerten. Die Selbstberauschung an der eigenen Bedeutung kommt bisweilen wie Charisma daher. Auch deswegen, weil die Medien Selbstinszenierungen dankbar abbilden.

Daß Irre in Diktaturen und Monarchien leichtes Spiel haben, ist bekannt. Wer kann in einer Demokratie die politischen Irren stoppen, bevor sie Unheil anrichten? Kontrolle durch den Wähler funktioniert nicht, weil der sich erschreckend leicht täuschen läßt. Die Bluffer allein sind nicht das Problem, sondern alle, die leichtgläubig und blauäugig auf diese hereinfallen.

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Der Neid ist ein Affekt, von dem nur der kleinhirnige Besserwisser annimmt, gänzlich frei zu sein. Der Mensch hat eine Würde, die er mit Stolz verwechselt. Daher rührt es, daß aus Stolz (gleich Dummheit) jedermann auf sein Recht bestehen will. Man möchte, so man materiell kaum etwas hat, gern einiges mehr haben. - Es ist der Neid der Besitzlosen. Man möchte, so man hat, gern alles haben. - Es ist der Neid der Besitzenden.

Wie kamen eigentlich Leute, die nichts waren und nichts hatten, dazu, daß sie komponierten, dichteten oder malten?

Der Neid ist zerstörerisch gegenüber den Beneideten wie gegen den Neider selbst. Neid ist eine Leidenschaft, die nur durch Bekanntes fundiert ist. Je neidischer ein Vok ist, um so ärmer ist es an hervorragenden Persönlichkeiten, und damit um so weniger tauglich zu schöpferischer Leistung, zur Weiterentwicklung und zu einer Hauptrolle in der Geschichte. (Gonzales Fernández de la Mora)

Warum macht der Junge aus Wülfer-Bexten nicht einfach nur gute Politik? Warum jagt er, um anerkannt zu werden, den Bossen hinterher und begeht Verrat am deutschen Volk?
Ist es Neid? Anerkennung wird ihm verwehrt, Freundschaft auch. Gehobenes Bürgertum beherrscht die Chefetagen der 100 größten deutschen Unternehmen und dieses lehnt ihn ab. Dank darf er nicht erwarten. Warum auch? Wer bekommt, was er fordert, betrachtet dies als Selbstverständlichkeit.

Er spaltet, heizt den Sozialneid an, fördert soziale Ungleichheit, betreibt Sozialabbau, verhindert Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit, Sozial- und Bildungspolitik läßt er nicht zu, Schulen und Kindergärten vernachlässigt er, das Sozialstaatsgebot - im Grundgesetz verankert, ignoriert er, das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz ebenfalls. Mißerfolge, politische und ökonomische Irrtümer versucht er schönzureden. Wachstum und Beschäftigung sind demzufolge unter seiner Regie verheerend. Es gab kleine Reformen, ja, im Bereich der Sozial-, Gesundheits- und Finanzpolitik. Arbeitnehmer, Empfänger sozialer Leistungen aber auch Studenten suchen vergeblich nach Verbesserungen, stattdessen werden sie in immer kürzeren Abständen von einer Vielzahl von Verschlechterungen in ihren persönlichen Lebensumständen getroffen. Wenn Deutschland vom Schlußlicht der realen Wachstumsraten innerhalb der OECD wieder auf einen der ersten Plätze kommen soll, dann muß der Neider aus Wülfer-Bexten gehen.

Ihm fehlt es an Charakter. Er verspricht Dinge, die er nicht halten will. Viel schlimmer ist, daß er die Menschen im Stich läßt und daß er politische Leitlinien festlegt, nur um sie später wieder über den Haufen zu werfen. Die Art, wie er mit Menschen umgeht ist schäbig. Ein guter Chef zeichnet sich vor allem durch menschliche Qualitäten aus. Seine Minister und Berater sind alles andere als Erstklassig. Seine Partei, die SPD, ist eine One-Man-Show. Er gehört zu der Sorte Manager, die sich mit schwachen Leuten umgeben, um selber gut auszusehen. Daß ihn keiner mehr ernst nimmt, daran ist er selbst Schuld. Er hat keine Strategie. Ihm fehlt es an Loyalität und Solidarität.

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