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Windkraft

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Die Kosten steigen weiter

Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz soll die Windkraft ein wenig effizienter werden. Doch im Streit um die Windkraft hat sich Wirtschaftsminister Clement nur sehr bedingt gegen den Grünen-Umweltminister Trittin durchgesetzt: auch in Zukunft wird jedes Windkraftwerk gefördert, egal wie unwirtschaftlich es auch sein sollte. Wir haben versucht, einmal die wirklichen Kosten der Windkraft zu berechnen.

Windkraft als Kapitalanlage

Unser Beispiel: der Windpark Eilsleben bei Magdeburg. Der Betreiber PROKON wirbt dafür im Internet: Windkraft, das sei eine gute Investition. Und er verspricht Kapital-Anlegern gute Renditen.

Zweifellos: Wer hier oder in anderen Windparks investiert, profitiert von Subventionen für die Windenergie: denn Energiekonzerne müssen Windstrom zu Festpreisen abnehmen, ob sie ihn brauchen oder nicht.

Strompreise steigen

Die Energiekonzerne ihrerseits wälzen diese Kosten auf die Verbraucher ab. Das ist einer der Gründe, warum Strom hierzulande so teuer ist.

Der Windpark Eilsleben ist typisch für Wind-Anlagen neuerer Art: Leistung 16,9 Megawatt, durchschnittliche Windgeschwindigkeit 6,5 Meter in der Sekunde und 1.660 nutzbare Windstunden, also rechnerisch zwei Monate Dauerbetrieb im Jahr. Gekostet hat die Anlage in unserem Beispiel 18,6 Millionen Euro. Dazu kommen noch die laufenden Betriebskosten.

Der entscheidende Kosten-Faktor bei der Stromerzeugung allerdings ist die Finanzierung. Je nach Zinsentwicklung kann sie stark schwanken. Grobe Regel: zwei Prozent mehr Zins und die Stromerzeugung wird pro Kilowattstunde einen Cent teurer.

Trotz garantierter Stromabnahmepreise rechnen sich Windparks für viele Investoren nur dann, wenn das Zinsniveau so niedrig wie zur Zeit bleibt, sonst könnte die Rechnung schnell durcheinander geraten.

Volkswirtschaftlich sinnvoll sind Windkraftanlagen ohnehin nicht, denn Strom lässt sich billiger auf dem freien Markt zukaufen. Ohne Folgekosten.

Zusatzkosten durch Windenergie

Gerade die sind bei der Windenergie erheblich und sie müssen von Stromkunden beziehungsweise Steuerzahlern und nicht von den Investoren getragen werden. Energiekonzerne müssen zum Beispiel ihre Stromnetze ausbauen, um bei starkem Wind die Erzeugungsspitzen aufnehmen zu können und das trotz insgesamt niedriger Auslastung der Leitungen.

Das führt zu Folgekosten im Netz, die nach Berechnung des Energiekonzerns EON 2,5 Cent je Kilowattstunde Windstrom ausmachen.

Windstrom kostet im Einkauf daher nach Berechnung der Energiewirtschaft zwischen 11 und 12 Cent je Kilowattstunde. Das ist dreimal so teuer wie der Strom, der auf dem freien Markt zu kaufen ist.

Teurer Windstrom

Obwohl Windstrom so gesehen unwirtschaftlich ist, betreiben auch Energiekonzerne wie EON oder RWE Windkraftanlagen, denn die staatlichen Zuschüsse sind verlockend hoch. Und davon machen die Unternehmen Gebrauch, sagt Prof. Rainer Frank Elsässer, Vorstand der EON Energie AG: "Wir haben in sehr begrenztem Umfang Windkraftanlagen, weil wir damit die eingegangene Selbstverpflichtung zur CO-2-Minderung durch Subvention billiger erfüllen können, als wenn wir die Wirkungsgrade unserer laufenden Kraftwerke erhöhen würden. Das wäre volkswirtschaftlich zwar billiger, betriebswirtschaftlich aber schlechter als subventionierte Windenergie".

So denken viele in der Branche und dank staatlicher Unterstützung sind Windparks längst begehrte Abschreibungsobjekte, so wie einst Schiffsbeteiligungen und Werften. Folge davon: die Landschaft wird weiter verspargelt.

Steuerausfälle Windenergie kostet viel Geld: Experten rechnen, dass allein durch die Steueranreize für Windenergie dem Fiskus jedes Jahr rund 200 Millionen Euro Steuern entgehen. Und die Verbraucher müssen mit weiter steigenden Strompreisen rechnen: Zusatzkosten von jährlich mehr als 12 Euro kommen auf den durchschnittlichen Stromkunden zu.

Und es kommt noch dicker: Nach einer Untersuchung des Rheinisch-Westfälischen Institutes für Wirtschaftsforschung steigt die Windkraft-Förderung bis 2010 auf mehr als 23,5 Milliarden Euro. Das heisst: Ökologischer Nutzen und Kosten stünden dann noch weniger in einem sinnvollen Verhältnis zueinander.

Bericht: Rolf Bovier, August '04 in plusminus, ARD

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