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Ökonomen/Wirtschaftsjournalisten

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Mein Papa, Wirtschaftswissenschaftler, spricht mit einen Volkswirtschaft lehrenden Professor an der Universität Bremen. Ich bin Susanne, höre interessiert zu und mache mir Notizen.

Papa:Wir wissen beide von dem Hauptproblem unserer Wirtschaft, daß die Leute immer weniger Geld in der Tasche haben. Aber nur ein Wirtschaftsforschungsinstitut, hat dieser Tage das Thema fehlende Kaufkraft angesprochen ...

Professor: Die haben sich alle der Angebotslehre verschrieben und meinen, daß man wirtschaftliche Probleme wie Massenarbeitslosigkeit nur durch Kostensenkung und Reduzierung der Staatsaktivitäten bekämpfen kann. Unsere Ökonomenzunft versucht mit komplizierten Modellen nachzuweisen, daß die Wirtschaft durch Deregulierung oder Abbau der Mitbestimmung besser läuft. Im Gegenteil - wir brauchen mehr Regulierung und die Stärkung der Binnennachfrage.

Karstadt, Opel, VW und viele andere vom Binnenmarkt abhängige Unternehmen stecken in der Krise. Sind Ihre Kollegen so blind, daß sie die Bedeutung des Binnenmarktes für die Gesamtwirtschaft nicht sehen?

Die Mainstream-Ökonomie kann das Phänomen Opel oder Karstadt gar nicht erklären. Sie ist unfähig den Umstand in ihre Analyse aufzunehmen, daß da Kapitalfunktionäre agieren.

Werden deutsche Volkswirte im Ausland noch ernst genommen?

Die Zunft versucht zumindest in den USA Anerkennung zu finden. Sie werden nicht so ernst genommen. In den USA hat Samuelson eine Riesendebatte ausgelöst weil er sagt, daß die Globalisierung am Ende Nachteile für die USA bringt. Unvorstellbar, daß so etwas ein Deutscher sagt.

Sind deutsche Ökonomen in der Lage, Kapitalismus zu erklären

Nein, ich glaube nicht.

Welche Rolle spielt der Wirtschaftsjournalismus in Deutschland?

Keine, weil die meisten Wirtschaftsjournalisten ähnlich - wenn überhaupt - denken wie diese Main-stream-Ökonomen. Es gibt kaum Journalisten, die einmal Kritik am System formulieren und mehr politische Steuerung fordern.

Wirtschaftsjournalisten sind demnach wie die Ökonomen ein Standortrisiko?

Nur solange sie suggerieren, der Standort Deutschland sei in der Krise. Bei Großunternehmen kann man überhaupt nicht von Krise reden, die fahren hohe Profite ein, die Exportwirtschaft expandiert.

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