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Christiansen / Illner

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Moderatoren nehmen sich wichtiger als ihre Gäste.
Schon die Titel der Sendungen lassen das erkennen, egal ob sie Kerner, Beckmann, Friedman, Maischberger, Bauer oder Christiansen heißen. Nur Maischberger könnte den Polit-Talk der ARD seriöser machen. (Claus Hinrich Casdorff)

Die Fernsehkritikerin Klaudia Brunst schreibt über politische Talkshows (es gibt dafür kein deutsches Wort), sie seien "redundant, simplifizierend, flüchtig und damit entpolitisierend". Ich fürchte, sie hat recht. Man kann von diesen meist gesehenen politischen Sendungen im deutschen Fernsehen Zeitvertreib erwarten, aber tatsächlich auch Information? (Wolfgang Thierse)

Maybrit Illner

Da saß er nun, der Kanzler, im Fernsehstudio bei Maybrit Illner, war charmant und eloquent. "Wir haben noch zu arbeiten" und "die Anderen hatten 16 Jahre." sagt er ein aufs andere mal; wohl als Entschuldigung dafür, daß seine Bilanz nicht stimmt? Anwalt der kleinen Leute wollte er sein, ein "Genosse der Bosse" ist er geworden. Er verfügt nicht über so fundiertes ökonomisches Wissen wie Altbundeskanzler Helmut Schmidt, dementsprechend diffus ist sein Wirken und seine Sprache: Wenn aber die Sprache nicht stimmt, so ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist; ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist, kommen die Werke nicht zu Stande. Schröder wird in die Geschichte eingehen als der Bundeskanzler, der nichts bewegt hat.

Neujahrsansprache ohne Botschaft

Der Kanzler sagte den Deutschen zum Jahreswechsel "noch bessere Zeiten" voraus. Das Wirtschaftswunderland Deutschland wird in den Tabellen der Weltökonomie nach unten durchgereicht und nichts hatte der "Genosse der Bosse" zu den Themen Innen- und Außenpolitik, Arbeitslosigkeit und Renten, Asyl und Zuwanderung, dem Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan und anderswo zu sagen.

Lächerlich

Arbeitslose erhalten künftig nach dem Willen der Koalition Gutscheine für die private Arbeitsvermittlung. Je nach Länge der Arbeitslosigkeit sollen die Gutscheine 1500 bis 2500 € wert sein. Der Arbeitslose soll sich mit höchstens 1500 € (dreitausend Mark) beteiligen.

Alfred Biolek

Spaßtalk mit Gerhard Schröder und Günter Grass; Busenfreunde. Worum ging es? Um Kanzler-Currywurst und Cousinen ging es. Grass lobte die imaginären Leistungen Schröders. "Ich bin für Rot-Grün", tönte er gleich zweimal als bekäme er dafür die doppelte Gage. Schröder mit Putin bei Bio war schon peinlich.

Florian Gerster's Abrakadabra

350.000 Millionäre sollen mit einem Zuschuß von zehn Prozent zu den Arbeitskosten dazu bewegt werden, sich von einer Agentur einen Butler vermitteln zu lassen. Kosten von 1,7 Milliarden Euro stünden nach Berechnungen Einsparungen von 1,4 Milliarden Euro bei den Sozialkassen gegenüber. Gerster will diese Haushaltshilfen aus der Schwarzarbeit holen. Beste Genesungswünsche nach Nürnberg!

Sabine Christiansen

Schily führt vor, wie einmal das Patriarchat ausgesehen haben mag: Bissig unterbricht er jeden, der anderer Meinung ist als er. Schließlich attestiert er "Mutter Reiche", sie mache "eine gute Figur", die machte er nun garnicht.

Alfred Biolek

Spaßtalk mit Gerhard Schröder und Günter Grass; Busenfreunde. Worum ging es? Um Kanzler-Currywurst und Cousinen ging's da. Grass lobte die imaginären Leistungen Schröders. "Ich bin für Rot-Grün", tönte er gleich zweimal als bekäme er dafür die doppelte Gage. Schröder mit Putin bei Bio war schon peinlich.

Maybrit Illner

Da saß er nun, der Kanzler, im Fernsehstudio bei Maybrit Illner, war charmant und eloquent. "Wir haben noch zu arbeiten" und "die Anderen hatten 16 Jahre." sagt er ein aufs andere mal; wohl als Entschuldigung dafür, daß seine Bilanz nicht stimmt? Anwalt der kleinen Leute wollte er sein, ein "Genosse der Bosse" ist er geworden. Er verfügt nicht über so fundiertes ökonomisches Wissen wie Altbundeskanzler Helmut Schmidt, dementsprechend diffus ist sein Wirken und seine Sprache: Wenn aber die Sprache nicht stimmt, so ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist; ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist, kommen die Werke nicht zu Stande. Schröder wird in die Geschichte eingehen als der Bundeskanzler, der nichts bewegt hat.

Sabine Christiansen

Mit offenem Hemd und ohne Krawatte machte es sich Joschka Fischer unser Außenminister im Studio bequem und wie ein Flegel ans Abbürsten. Fischer war gekommen, um die Polittalkerin Sabine Christiansen platt zu machen, was ihm auch gelang. Er triezte sie bis aufs Blut. Eine harte Strafe für dämliche Fragen. Fischer-Kritiker, drei an der Zahl ging es nicht viel besser.

Sabine Christiansen

O-Ton, Florian Gerster (designierter Chef der BA, SPD): "Ich werde umbauen. (...) Ich bin fest entschlossen, sobald ich am Schreibtisch in Nürnberg sitze, (...) in kürzester Zeit nachzuweisen, daß wir mit den gleichen und auf Sicht mit deutlich weniger Personal bessere Ergebnisse erzielen und daß wir auch weniger Geld dafür brauchen."
O-Ton, Norbert Blüm (ehem. Bundesarbeitsminister, CDU): "50% der Betriebe beschäftigen keine Über-50jährigen. Die Gesellschaft leidet an einem Jugendtick. (...) Und das lösen Sie nicht durch Verkürzung des Arbeitslosengeldes. (...) Jetzt platzt mir nämlich langsam der Kragen."

'Hart aber fair' (WDR) gehört auf den Sendeplatz der völlig überflüssigen Schwafelrunde 'Sabine Christiansen' ! (Hans-Ulrich Jörges, Journalist beim Stern)

Manchmal ist es viel aufschlußreicher zu sehen, worüber bei Sabine Christiansen nicht geredet wird.

Sabine Christiansen, der Durchlauferhitzer für Propagandarhetorik im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: Bei ihr treffen sich Sonntags 21.45 die Chefetage der Politik (Grubenpferde, die für die Wirtschaft schuften), Wirtschaft, Lobby und Berater, Multimillionäre und natürlich Spitzenbeamte. Bei Sabine Christiansen werden die Wünsche der Chefetage an das Volk weitergereicht.
Der Schriftsteller Walter van Rossum hat recht, wenn er sagt: Sabine Christiansen arbeitet Themen und Probleme in universelle Erzählstrukturen um - in Sagen, Legenden, Komödien, Tragödien, Heldenepen. Sonntagsabends darf die Chefetage der Deutschland-AG über die verschnarchte Gesellschaft herziehen.

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