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"Wut"


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„Jedes Wort“, schrieb Jean-Paul Sartre, „hat ein Echo. Jedes Schweigen auch“.

19.10.2006 | Der Tag

Die SPD verkaufte ihren Sozialabbau als soziale Wohltat. Die Armutsdiskussion im Bundestag war eine Farce. Die Dramatik der gesellschaftlichen Spaltungs- und Ausgrenzungsprozesse wurde verschleiert. Die Zahl der Opfer der neoliberalistischen Umgestaltungsprozesse ist wesentlich größer als die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ausweist. Statistisch leben derzeit 15 Prozent der Gesellschaft in Armut, weil sie entweder prekär beschäftigt sind, von Hartz IV oder auf der Straße leben. Damit umfaßt die Gruppe der gesellschaftlich Ausgeschlossenen oder Chancenlosen nicht sechs, sondern mindestens zwölf Millionen. Dazu kommen noch einmal bis zu 20 Prozent der Bevölkerung, die jederzeit sozial ab- stürzen können. Der Flugzeugbauer Airbus hat die schrittweise Entlassung von 7200 Zeitarbeitskräften in Deutschland angekündigt. Diese sind nur noch Dispositionsmasse des Kapitals und können jederzeit gefeuert werden. Von derlei Realitäten war in der Armutsdiskussion im Bundestag nichts zu hören. Man stritt laut über Teilprobleme und versucht die Gesamtproblematik zu verharmlosen. Die unten dürfen sich ihrer Lage nicht bewußt werden und hinter die Ursachen kommen. Sie könnten ja aktiv werden. Wenn Be- und Unbeschäftigte jemals gemeinsam als politische Kraft auftreten, hätten die oben ein Problem. Eine Unterschichten-Diskussion muß also verhindert werden.

Reporter berichten am Abend im Polit-Magazin monitor wie die Industrie an Gesetzen mitstrickt, zeigen wie leicht Lobbyismus ist: Von der Industrie bezahlte Mitarbeiter sitzen direkt in den Bundesministerien ("Tatort Wort" weist seit Jahren darauf hin). Zu den Firmen und Verbänden gehören Daimler - C, die Deutsche Börse AG, die Fraport AG, der Verband Deutscher Maschinen und Anlagen, der Verband der Deutschen Bauindustrie usw. Nach Angaben der Ministerien seien die entsandten Mitarbeiter so wörtlich "von großer Bedeutung", unterstützten "Entscheidungen". Eine besonders gefährliche Form des Lobbyismus, wenn nicht Korruption.

Und dann am späten Abend die Armutsdiskussion bei Berlin Mitte, der ZDF-Polit-Talkshow mit Maybrit Illner: Eingeladen zwei Politiker. Beide gaben sich Mühe, die Zuhörer und Fernsehzuschauer für dumm zu verkaufen. Geistig gut beieinander: Carola V.. und Götz Werner (dm-drogerie markt).

15.10.2006 | Armut in Deutschland, in einem der reichsten Länder der Welt

Mehr als 11 Millionen Menschen in Deutschland galten nach dem Armutsbericht der rot-grünen Bundesregierung als arm. Der neueste Datenreport 2006 des Statistischen Bundesamtes sagt aus: 10,8 Millionen oder 13,2 Prozent der Deutschen lebten im vergangenen Jahr in Armut. Arm ist für den Staat, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens zur Verfügung hat. Derzeit liegt diese Grenze bei 938 Euro. Von Armut besonders betroffen sind Kinder, Alleinerziehende, ältere Menschen, Behinderte und Arbeitslose. Mehrere Millionen Bedürftige in Deutschland nehmen ihren An- spruch auf staatliche Hilfen nicht wahr und leben damit in sogenannter verdeckter Armut und mit ihnen etwa eine Million Kinder. Zu dem Ergebnis kommt die Verteilungsforscherin Irene Becker in einer Studie für die Hans-Böckler-Stiftung.

Hartz IV - die Lizenz zur Verarmung von Millionen ist bei den Menschen angekommen

Das einzig Überraschende an der neuesten Studie über Armut, ist die überraschte Reaktion der Sozis. Eine bodenlose Frechheit von denen ist jedoch, sich nun als der Anwalt der Verarmten aufzuspielen.
Heiner Geißler, der frühere CDU-Generalsekretär, fordert seine Partei auf, sich um diese zu kümmern.
"Die neue Armut ist ein Produkt der Politik. Es ist das Ergebnis eines System- und Denkfehlers. Bisher war die Armut klar an bestimmten Bevölkerungsgruppen festzumachen: Sozialhilfeempfänger, alleinerziehende Mütter, ein Teil der älteren Leute. Armut betraf Menschen, die keine Lobby hatten. [] die Armut wieder bei den Arbeitnehmern angekommen. Und zwar wegen Hartz IV", sagte Heiner Geißler der Süddeutschen Zeitung.
Hartz IV sei der Grund für die vielen Armen in Deutschland, sagt CSU-Generalsekretär Söder. Deshalb müßten die Zahlungen deutlich gesenkt werden. Schuld seien zu hohe Zahlungen an die Bedürftigen: Weil die Sätze so hoch seien, "fehlt manchen die Motivation zur Arbeit", argumentiert der CSU-General- sekretär.

Hartz IV zementiert den Abstieg

Sozis und Unionisten überhäufen sich in der Armutsdiskussion mit Schuldzuweisungen. Dabei tragen beide Parteien und natürlich die Grünen Verantwortung für die Misere. Schamlos betrieben die neu Erbraunten eine Politik der Enteignung und Verarmung ganzer Bevölkerungsteile. Millionen Menschen kämpfen in Deutschland täglich ums blanke Überleben, ums Essen und um ihre Wohnung. Von einem menschenwürdigen Leben kann hier längst nicht mehr die Rede sein. Millionen Einzelschicksale, per Gesetz in die Verfolgungsbetreuung, der auf Kürzung oder totaler Sperre der lebensnotwendigen Mittel gedrillten Verwaltungsangestellten der ARGEN überantwortet, sprechen eine eigene Sprache. Hartz IV macht arm. Das ist so gewollt und das ist faschistoid.

Armut hat einen Namen - Hartz IV

Das Sammeln von Pfandflaschen ist zu einem Alltagsphänomen geworden.

Ja, es gibt Armut in Deutschland. Das hat nun eine weitere Studie bestätigt. 6,5 Millionen Deutsche gehören demnach zur neuen Unterschicht (abgehängtes Prekariat [ 1 ]). 2,5 Millionen Kinder leben in Armut – ein Rekordniveau. In Bayern leben nach Schätzung der Freien Wohlfahrtspflege 130 000 Kinder in Armut. Schuld sei die Arbeitsmarktreform Hartz IV. Kinder bekämen nur noch eine Grund- sicherung von 207 Euro monatlich. Sämtliche Sonderleistungen seien weggefallen. In Sachsen leben 177 000 Kinder und Jugendliche in Armut. In Berlin sind es mittlerweile 200 000. Kinder gehen hungrig in die Schule.
- Der letzte Lafontaine-Freund in der SPD, Ottmar Schreiner, hat seiner Partei vorgeworfen, schuld am Entstehen einer gesellschaftlichen Unterschicht zu sein. "Armut und soziale Ausgrenzung sind nicht über uns gekommen, sie sind das Ergebnis der Politik von Gerhard Schröder", sagte das Mitglied des Parteivorstandes dem Berliner Tagesspiegel am Sonntag. Vor allem die liberalistische Arbeitsmarkt- politik Hartz IV des ehemaligen Bundeskanzlers habe dazu geführt, daß zig Millionen Menschen keine Chance mehr hätten, "aus dem Niedriglohnsektor mit seinen Hungerlöhnen herauszufinden".
- Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck erkennt ein wachsendes "Unterschichten-Problem" in Deutschland.
- Der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte dem Tagesspiegel am Sonntag: "Die neue Armut in unserem Land ist nicht nur materielle Armut." Es handele sich auch um Armut an Bildung, an Kultur, an Chancen auf ein gesundes Leben.
- Die SPD-Spitze (Heuchler, o.A.) nennt die neue Armut einen "handfesten gesellschaftlichen Skandal".

Dummheit hat ein Gesicht

Vizekanzler Franz Müntefering (verantwortlich für das Hartz-IV-Gesetz und ständige Verschärfungen) sagt: "Es gibt keine Schichten in Deutschland". Der Katholik Münte kennt nur Himmel und Hölle. Und in der Hölle wird dieser Unmensch irgendwann einmal schmoren!

Sieben Jahre Rot-Grün unter Gerhard Schröder und mit ihm der Rückfall ins Mittelalter

In Deutschland, der Republik der Arbeitslosen mit von Sozialdemokraten und Grünen verordneter Armut, muß folgende Frage erlaubt sein: Wie dämlich sind eigentlich die Deutschen, die Sozialdemokraten an der Macht halten?

Mit dem Sozialstaat stirbt die Demokratie

Wir haben die Geschichte der Weimarer Republik als warnendes Beispiel.

Die Gewerkschaften drohen der Großen Koalition nun mit Massenprotest, sollte sie das soziale Gleich- gewicht im Land nicht wieder herstellen. Die Gewerkschaften sind es, die das soziale Ungleichgewicht zugelassen haben.

Wahnsinn hat doch Methode

Wenn Sie in einer Bedarfsgemeinschaft leben und ihr Partner Arbeitslosengeld bekommt, dann werden auch Sie - trotz fester Stelle - als arbeitssuchend geführt und müssen sich Arbeitsangebote, bei denen sie etwas mehr verdienen könnten, ansehen. Wenn die Vermittler anrufen und sagen, man habe für sie einen Job gefunden (nicht etwa für ihren arbeitslosen Mann), dann müssen sie sich bewerben und wenn man sie will, dann müssen sie den einen Job aufgeben, also kündigen und den anderen annehmen weil, und nun kommts: sie dort ein paar Cent die Stunde mehr verdienen können. Bei dem neuen Arbeitgeber handelt es sich um einen Verleiher (Seelenverkäufer), der kündigt ihnen nach 3 Wochen. Nun sind auch sie arbeitslos. Die Arbeitsgemeinschaften der Arbeitsagenturen und Kommunen, kurz ARGE, kümmern sich weiterhin aufopferungs- und liebevoll um sie und ihren Mann.

Apropos ARGE: Roland Berger mischt wieder mit! Das Strategieberatungsunternehmen Roland Berger wird in mehreren ArGen im Bundesgebiet eingesetzt, die Firma also, über deren Verpflichtung der Ex- Chef der BA, Florian Gerster, stürzte. Aus einem internen Papier der Bundesagentur für Arbeit geht her- vor, daß es zu Bergers Strategie gehört, den „Service für Erwerbslose zurückzufahren.“ Und weiter: Nur noch "effiziente" Erwerbslose zwischen 25 und 40 mit abgeschlossener Ausbildung sollen umfassende Beratung und Betreuung durch die ARGE-Arbeislosenverwaltungen erhalten. Selektion von Menschen nach ökonomischer Verwertbarkeit wird nun Handlungsmaxime der Behörden der Arbeitsverwaltung.

Arbeitsunwilligkeit

10.10.2006 | In der Diskussion um Leistungskürzungen für arbeitsunwillige Langzeitarbeitslose hat der Deutsche Landkreistag erstmals konkrete Zahlen vorgelegt. Die Daten zeigen, daß die Debatte eine ziemliche Spiegelfechterei ist: Bundesweit gibt es gerade ein paar tausend Fälle. (HANDELSBLATT)

Kriegsprogramm

Krieg nennt man in Deutschland neuerdings Konfliktverhütung und Krisenbewältigung. Nachzulesen im Entwurf des Weißbuches der Bundeswehr, über den das Kabinett im Oktober 2006 entscheiden soll. Die Bundeswehr soll weltweit eingesetzt werden. Deutschland stehe zu seiner internationalen Verant- wortung für Freiheit und Frieden, heißt es in dem Entwurf – undzwar auf der ganzen Welt. Es geht da- rum, in Regionen, in denen kritische Rohstoffe und Energieträger vorhanden sind, unbehelligt auf diese zugreifen und diese dann nach Deutschland bringen zu können. Die Bundeswehr soll also der Verteidi- gung des Wohlstands - einiger weniger, versteht sich - dienen. Der Transport von Rohstoffen sei gefähr- det, weil Piraten die Seewege unsicher machten, heißt es. Hunger und AIDS in Afrika könnten die inter- nationale Sicherheit massiv beeinträchtigen, heißt es weiter.

Auf der ganzen Welt lauern Bedrohungen für Deutschlands Wohlstand. Das Grundgesetz beschränkt den Auftrag der Bundeswehr auf die Landesverteidigung. Das Völkerrecht sieht Angriffskriege zwecks Rohstoffplünderung nicht vor. Grundgesetz und Völkerrecht müssen also angepaßt werden.

Mit der Trennung von Polizei und Militär soll Schluß sein. Die Forderung, die Bundeswehr auch im In- land einzusetzen, ist ein Dauerthema für CDU-Sicherheitspolitiker.

- Die Bundesregierung kann nicht sagen, von wem Deutschland auf welche Art bedroht wird.
- Die Bundesregierung will den Zugriff der deutschen Wirtschaft auf Rohstoffe sicherstellen - mit Gewalt.
- Dazu muß die sogenannte dritte Welt in Armut gehalten werden – mit Gewalt.
Der Rüstungsindustrie verheißt der Entwurf des Weißbuches der Bundeswehr eine profitable Zukunft.

Wenn rechts und links (national-sozialistisch) sich zusammentun, bedeutet das Kriegsvorbereitung?

Gesundheitsreform

06.10.2006 | Niemals zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik haben Politiker sich so blamiert. Um vom eigenen Versagen abzulenken, versuchen die Koalitionsspitzen, den Bürgern Sand in die Augen zu streuen. Man löst kein einziges Problem des Gesundheitswesens, sondern schafft nur neue. Leitartikler deutscher Zeitungen können dem Gesundheits- Kompromiss rein gar nichts abgewinnen. Im Gegenteil: Für sie ist und bleibt das Erzielte «Mist» - und für die Bürger ein «blankes Desaster». Wie Hartz IV wird die Gesundheitsreform als total verrückte Reform in die Geschichte eingehen, meint Albrecht Müller, der Ex-Planungschef der Kanzler Brandt und Schmidt. Der Präsident des Berliner Verfassungsgerichts, Helge Sodan, hat die Vereinbarkeit der geplanten Gesundheitsreform mit dem Grundgesetz in Frage ge- stellt. Krankenkassen kritisierten, daß die Einigung vor allem zu Lasten der Versicherten gehe.
Wer die Eckpunkte der Gesundheitsreform, auf die sich die Spitzen von Union und SPD in der Nacht zum Donnerstag geeinigt haben liest, kommt nicht umhin zu fragen: waren die Beteiligten besoffen oder high?
Man kann schon heute sagen, daß die Kernelemente der Reform niemals in Kraft treten werden, denn zum geplanten Einführungszeitpunkt 2009 wird es die Große Koalition nicht mehr geben.

05.10.2006 | Ex-Arbeitsminister Wolfgang Clement hat einen weiteren Job gefunden

Er wird Vorsitzender des neuen "Adecco Institute" zur Erforschung der Arbeit. Wolfgang Clement wird sich in Zukunft mit modernem Menschenhandel beschäftigen. Das Unternehmen Adecco handelt mit Arbeitnehmern, vor allem mittels Zeitarbeit, Outsourcing und Personalvermittlung.
Seit seinem Ausscheiden aus der Politik, wo er mit seinen politischen Arbeitsmarktprojekten von Hartz I bis IV gescheitert ist, hat er einige neue Jobs gefunden: Aufsichtsratsposten bei der Berliner Dussmann – Gruppe (Dienstleistungsunternehmen), bei der Landau-Media AG (Medienbeobachtung), bei der RWE-Power in Essen (Stromproduzent), bei der Zeitarbeitsfirma DIS. Wolfgang Clement ist „Senior Advisor“ bei der Citigroup und er wurde in den Vorstand der Kölner Unternehmensgruppe M. DuMont Schauberg (Kölner-Stadtanzeiger, Kölnische Rundschau, Express, Mitteldeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau) berufen. Im konser- vativen "BürgerKonvent" von Roman Herzog mischt er auch noch mit. Wehe dem, der nun schlechtes denkt. Clement wird also künftig als Experte für Menschenhandel, oder freundlicher: als Lobbyist für Zeitarbeit, Oursourcing und kommerzielle Personalvermittlung bei "Sabine Christiansen" auftreten.

04.10.2006 | Nachrichten

»  Wasser macht nass  Konrad Ege, Freitag 40 (Ost West Wochenzeitung)

In den USA haben viele Journalisten zugegeben, daß die Invasion vielleicht nicht stattgefunden hätte, wenn sie die Lügen, die über die Massenvernichtungswaffen im Irak verbreitet wurden, beim Namen ge- nannt und enttarnt hätten, anstatt sie zu verstärken und zu rechtfertigen. Der Gebrauch abscheulicher Waffen (Clusterbomben, weißer Phosphor, Napalm) durch Amerikaner und Briten im Irak wurde in den Nachrichten unterdrückt. Generäle lieben Napalm.
Colonel James Alles, Kommandant der US Marine Luftwaffe Gruppe II. sagte: „..man konnte im Cockpit-Video sehen ... es ist keine schöne Art zu sterben.“
Der Journalist John Nichols behauptet: "Wenn wir ehrliche Medien hätten, wäre George Bush nicht Präsident und wir hätten im Irak keinen Krieg geführt." Für Bernie Sanders, Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses, ist heute "die Frage der Macht der Unternehmen über die Medien erstmals in der Geschichte der USA zu einem Politikum geworden". Amerikas Kriegsunternehmen hätten ohne die Komplizenschaft der Medien nicht stattfinden können. Erst wenn die Kontrolle der Medien durch Groß- konzerne zerschlagen ist, werden die Bürger der USA wieder etwas mehr Wahrheit darüber erfahren, was in der Welt geschieht und was die USA der Welt antut.
In seinem neuen Buch ("State of denial") rechnet US-Starjournalist Bob Woodward (hat vor 30 Jahren den Watergate-Skandal enthüllt) in diesen Tagen mit George W. Bush, dem Kriegspräsidenten, ab. Er beschreibt, wie der Präsident und seine Mannschaft die grausige Realität des Irak-Krieges ausblenden und wie sie das Wahlvolk belügen. Im von Bushs Truppen eroberten Irak wird mittlerweile mehr gefoltert als unter dem 2003 entmachteten Saddam Hussein.
Der nationale Protesttag gegen Präsident Bush brachte am Donnerstag (5.Oktober 2006) Zehntausende in mehr als 200 US-Städten auf die Straße. In New York trugen tausende Demonstranten Spruchbänder mit der Aufschrift: »Vertreibt das Bush-Regime«. Bushs Amtszeit läuft bis 2008.
08.10.2006 | Die Taliban kündigen eine Bestrafung Amerikas an, heißt es bei WELT-Online. Kein Zoll der USA werde ausgespart werden, heißt es in der jüngsten Drohung. In Amerika lebende Moslems werden aufgefordert, das Land sofort zu verlassen.

Sie seien die vierte Macht, heißt es. Doch die Medien nehmen ihre Aufgabe nicht mehr wahr, denn sie sind selber zentrale politische und wirtschaftliche Akteurinnen, auch und vor allem in Deutschland. Die Medien sind selber zum Hauptproblem für die Demokratie geworden. Die Menschen sind inzwischen außerordentlich sensibilisiert für die Manipulationen der Medien. Viele haben erkannt, daß die Medien lügen, täuschen, manipulieren und daß sie Informationen verschweigen, aufgrund derer sie sich anders verhalten würden. Dafür gibt es Beispiele aus jüngster Zeit. Zum Beispiel der Afghanistankrieg, der Irak- krieg, der Krieg im Libanon, der Krieg im Innern, sprich Hartz IV. Die Medien haben ihren zivilen Auftrag vergessen, daß sie die vierte Macht sein sollten. Information ist nur noch eine Ware. Früher verkaufte ein Medium Informationen an Menschen. Heute verkauft man Menschen an Inserenten.

100000 Generationen haben vor uns gelebt. Doch die heute lebenden Menschen sind die ersten in der Geschichte, die wissen, daß sie zu den letzten gehören können. (Franz Alt)

Eine gigantische Steuerumverteilung von unten und der Mitte nach oben, vor allem zugunsten der Kapitaleinkommen.

02.10.2006 | Bevor es ans Steuerzahlen geht, rechnen sich Siemens, E.ON, BMW und Allianz erst einmal arm. Wieviel Prozent tragen diese und andere Unternehmen in Deutschland zum gesamten Steueraufkommen nun bei? 2,6 Prozent und es soll noch weniger werden. Deutschland ist im EU-Vergleich schon Niedrigsteuerland, liegt nach Spitzenreiter Dänemark, Großbritannien und Frankreich im unteren Drittel.
In Deutschland erzielte Gewinne werden ins Ausland verlagert und die im Ausland produzierten Kosten in Deutschland abgesetzt.
Mit 60 Milliarden jährlich entlastete die Regierung Schröder Unternehmen, Kapital- und Vermögens- einkommen und die Spitzenverdiener. Die Regierung Merkel holt nun bis 2010 mit durchschnittlich 35 Milliarden Euro pro Jahr mehr als die Hälfte der rot-grünen „Steuergeschenke“ wieder zurück undzwar von den unteren und mittleren Lohneinkommensbeziehern. Die eben genannten Unternehmen wiederum sollen um weitere 16 Milliarden Euro entlastet werden.
Vor allem durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent ( ein Steuereinnahmeplus von 90 Milliarden Euro) zusammen mit der dreiprozentigen Erhöhung der Versicherungssteuer (plus 6,6 Milliarden Euro), dem Auslaufen der Eigenheimzulage (plus 10,4 Milliarden Euro), den Kürzungen bei der Pendlerpauschale (plus 8,7 Milliarden Euro) und durch die anderen Steuerbeschlüsse der großen Koalition (Kürzung des Sparerfreibetrags, Wegfall des Steuervorteils für häusliche Arbeitszimmer, Kindergeld statt bis zum 27. nur noch bis zum 25. Lebensjahr, Wegfall der Bergmannsprämie, Wegfall der Freibeträge für Abfindungen und Übergangsgelder, Wegfall des Freibetrags für Heirats- und Geburts- hilfen, Abschaffung des Sonderabzugs für private Steuerberatungskosten) kassiert der Staat nun in den kommenden vier Jahren fast 140 Milliarden zusätzlich. (SZ)
Wendelin Wiedeking (Porsche) fragt im SPIEGEL: auf welchem Stern leben wir .. ?“

"Auf einem Dampfer, der in die falsche Richtung fährt, kann man nur zeitweise in die richtige Richtung gehen". (Michael Ende)

Bravo Oktay Özdemir

30.09.2006 | Züli Aladags Film "Wut"

Interessant und wahr, war nach dem Film "Wut" in der Talkrunde "Tatort Schulweg" nur die Meinung des Hauptdarstellers Oktay Özdemir. Sein Schlußplädoyer verleiht dem Film "Wut" doch noch eine gewisse Legitimation: "Ihr habt alle studiert und blabla, aber von der Straße und was da draußen abgeht, habt ihr doch keine Ahnung!", blafft er einen CDU-Politiker an. Die Moderatorin Sandra Maischberger war wie die Politiker, die kein Mensch kannte, eine Fehlbesetzung. Sehr symphatisch war die Co-Moderatorin Asli Sevindim. Die Maischberger deutete am Anfang der Diskussion an, daß es mit Sicht auf Jugendgewalt auch bedrohliche Statistiken über rechte Gewalt gibt. Darüber wurde aber kein weiteres Wort verloren.

Können sich Farbige in Ostdeutschland tatsächlich nicht mehr frei bewegen? Fünf Mitarbeiter des SZ-Magazins haben mehrere Monate recherchiert. Herausgekommen ist ein bestürzender Erfahrungs- bericht mit dem Titel: "Ich gehe nachts nicht auf die Straße, das macht hier kein Afrikaner" Soviel zu rechte Gewalt.

Hedgefonds

..sammeln immer mehr Geld und spekulieren mit allem, was Profit bringt: mit Aktien, Devisen und Roh- stoffen, sowie mit den Schulden anderer. Da niemand weiß, welche Risiken sie eingehen, sind sie zum Risiko geworden. Es gibt weder Meldepflichten noch Regularien, nichts ist verboten, alles ist erlaubt. Die Stabilität des Weltfinanzsystems ist in Gefahr. Denn man hat längst den Überblick verloren. Allein Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück glaubt, daß Finanzinvestoren, also Private-Equity-Firmen wie auch Hedgefonds, ein Segen für die Volkswirtschaft eines Landes sind, da sie für Liquidität sorgen.

»  Fiat-Money
»  Schauen wir in die USA, wenn wir sehen wollen, was uns in Zukunft blüht.

Arbeitsmarktzahlen

29.09.2006 | Die neuesten Arbeitsmarktzahlen sind nur schlecht mit früheren Daten vergleichbar, denn wieder einmal hat sich die statistische Grundlage aufgrund der Einführung eines neuen Vermittlungs- systems geändert. Arbeitslose, die zu einem 1-Euro-Job gezwungen werden, fallen sofort aus der Statistik heraus. Langzeitarbeitslosigkeit hat sich so gut wie nicht verändert. Das sollte man wissen. Politiker, Verbandsfunktionäre und Volkswirtschaftsprofessoren ignorieren gewisse Tatsachen bewußt.

Kriegswaffenexport

29.09.2006 | Der Gesamtwert der aus Deutschland exportierten Kriegswaffen ist 2005 gegenüber 2004 um mehr als 45 % auf 1,6 Mrd. angestiegen. Ein hoher Anteil von 36 % des Gesamtwertes entfiel dabei auf Ausfuhren, die nicht in EU-, NATO und NATO-gleichgestellte Länder erfolgte. (jjahnke.net)

Managementfehler sind Hauptursache für Firmenpleiten

29.09.2006 | Wenn ein Unternehmen Pleite geht, folgt die Auflösung oft nach dem gleichen Muster:
Die Manager gehen mit hohen Abfindungen nach Hause, die Arbeitnehmer gehen zur Bundesagentur für Arbeit. Dabei sind es einer Studie zufolge in der Regel die Manager, die die Misere zu verantworten haben. (SPIEGEL ONLINE 2006)

... Meine Erfahrungen mit Schröder sind seit den Juso-Zeiten in den Siebziger-Jahren so einschneidend gewesen, daß ich ihm niemals irgendetwas geglaubt hätte ... (Ulrich Maurer)

[ 1 ] Prekariat: eine neue synthetische Worthülse, die gefunden wurde, um das Wort Unterschicht nicht aussprechen zu müssen und um zu verhindern, daß die Unterschicht begreift, daß sie gemeint ist. Die soziale Katastrophe, die sich in Deutschland ereignet, kann man sprachlich nicht schamloser verhüllen als mit diesem Begriff.

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