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Urgroßvater

Ich will eine weitere wahre Geschichte erzählen. (mat, Juli 2013)

Emden hatte einmal eine Erdölraffinerie - die FRISIA. 1968, als zwanzigjähriger, arbeitete ich dort und bei VW für BBC als SI-Monteur. Emden hatte natürlich auch einen Ölhafen. Oft mußte ich dort hin um zu arbeiten. Meistens mußte ein Schlosser - einer der schweißen konnte - mit. Und meistens hatten wir ein Sauwetter wenn wir dort hin mußten. So auch dieses Mal. Wir hatten einen Tank zu erden und es goß (regnete) in strömen. Wir stellten uns zeitweilig bei einem Verlademeister in einem beheizten Unterstand unter, wenn der Regen unerträglich wurde. Einmal fragte mich der Verlademeister, wer ich denn sei und wo ich herkäme. Es gab keinen Grund, ihm das nicht zu sagen. Er hörte zu und irgendwann sagte er: "Hör zu, nun will ich dir mal erzählen, was ich erst neulich in den Emder-Chroniken über deine Familie gelesen habe. Paß auf! Dein Urgroßvater war hier in Emden ein reicher Bauer. Ihm gehörte viel Land und während der großen Sturmflut rettete er vielen Menschen das Leben und deren Viehzeug durfte bei ihm untergestellt werden. Einige seiner Brüder und Vettern in Friesland (Holland) hatte es damals nach Südafrika verschlagen und sie waren dort zu Wohlstand gekommen. Da wollte dein Urgroßvater irgendwann auch hin. Er setzte auf dem Hof einen Verwalter ein und machte sich mit einem Dreimaster auf den Weg nach Kapstadt. Dort ist er aber nie angekommen. Das Schiff ist vor Südafrika mit Mann und Maus verschollen."

Den weiteren Verlauf dieser Geschichte erfuhr ich von meinem Onkel Johann, den Bruder meines gerade verstorbenen Vaters. Als ich auf der Nordseeinsel Borkum nach der Trauerfeier, beim Tee, von dem Verlademeister im Ölhafen und seiner Geschichte berichte, hakt mein Onkel sofort da ein, wo der erste Erzähler aufgehört hatte und mein Onkel sagte: "Der Hof-Verwalter fälschte dann die Dokumente, die ihn als Verwalter auswiesen und er wurde mit Hilfe eines Richters am Landgericht in Aurich zum Eigentümer. Der letzte der dagegen geklagt hat war unser Bruder Fidi (Friederich) - hat aber nichts erreicht."

Mein Vetter Wilhelm hatte sich zu meinem Onkel und mir an den Tisch gesetzt und der sagte dann: "Manni, wenn du von heut an nicht aufpaßt, dann wirst du erleben wie dein Bruder sich all das was deine Mutter und dein Vater hier auf Borkum aufgebaut haben unter den Nagel reißt."

Tja liebe Leute, die ihr das hier jetzt lest, genau so ist es dann gekommen. Achtunddreißig Jahre später als der Bruder sich das ausgemalt hatte, teilt mir das Vollstreckungsgericht in Emden mit: Das Erbe, Haus und Grundstück sind zu Gunsten des Bruders Harry in Freiburg beschlagnahmt.
Nach dieser rechtsstaatswidrigen im ostfriesischen Aurich inszenierten Justiz-Groteske, kann der Bruder (Alkoholiker) garnicht so schnell saufen wie die Tage, Monate, ja sogar Jahre an ihm vorbeifliegen, wo er das ihm vom Richter versprochene Geld in Empfang nehmen kann. Vermutlich hat er - in weiser Voraussicht - längst alles mit geborgtem Geld versoffen.


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